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bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


17.04.2006 15:22
Mark Selby-And The Horse He Rode In On antworten
Mark Selby - And The Horse He Rode In On
Akustic Blues



9/10

2006, ZYX/Pepper Cake

Tracklist:

1. Here´s To You
2. Down In The Flood
3. Deep Pockets
4. Leveler, Reveler
5. A Whiter Shade Of Pale
6. There´s Your Trouble
7. Last Goodbye
8. Peanut Butter, Jelly & A Saucy Little Beaujolais
9. Up To No Good/Slide Wire
10. The Scheme Of Things
11. Blue On Black
12. Know The Blues
13. Little Wing
14. Sometimes I Feel Like Goin´ Home
(Hidden Track) ...And The Horse You Rode In On

Spieldauer: 64:22

Hallo zusammen,

Tatort: The Red Rooster, Kaiser-Friedrich-Str. 150, Duisburg.
Tatzeit: irgendwann im Jahr 2002
Täter: Mark Selby und Band
Tathergang: Konzert im oben genannten Club, nach 22.00 Uhr…

Die Zuschauer im ausverkauften Red Rooster waren bei hervorragender Laune als so gegen 22.20 Uhr am Eingang eine weibliche Stimme mit amerikanischem Akzent reif: „Die Polizei ist hier. Ihr seid zu laut.“
Also wurden die Regler an der PA ein ganz klein wenig nach unten geschoben. Es wurde „leiser“ im Red Rooster.
Eine ¼ Stunde später waren die „Man In Green“ wieder da. Mark Selby sprach sich kurz mit seiner Band ab, Bassist, Drummer und Keyboarder gingen an die Theke, Selby griff zur akustischen Gitarre und spielte die Zugabe Solo, sehr persönlich, jetzt wirklich leise.
An die einzelnen Songs der Zugabe kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ein Track habe ich abgespeichert: „A Whiter Shade Of Pale“.
Diese Zugabe war wirklich spontan, denn unsere Freunde haben sich Mark Selby wenige Tage später in ihrer Heimatstadt Dortmund nochmals angesehen und da war von akustischen Nummern weit und breit nichts zu hören.
Die gesamte Zugabe war damals der Knaller. Das Konzert eh. Der Kontrast zwischen dem blues-/bluesrockigen elektrisch verstärktem Part und der besagten Zugabe konnte nicht deutlicher sein.

Warum schwelge ich in Erinnerungen? Weil Procol Harums Welthit auf „And The Horse He Rode In On“ wiederkehrt, in genau der intimen Red Rooster-Ausgabe.

Nochmal zurück zum Konzert: Im ersten Teil wartete ich sehnsüchtig auf meinen Lieblingssong „Satisfied“ seines Erstlings „More Storms Comin´“. Beim Bier in der Pause bestätigte mir Selby, dass „Satisfied“ im zweiten Teil folgt. Dann fragte ich an. Ob es möglich wäre, den Song in einer langen Version zu spielen. Die Antwort auf meine Frage blieb offen, bis „Satisfied“ im zweiten Set dran war. Selby und ich hatten zu Beginn des Songs Blickkontakt. Er kniff mir ein Äugsken und spielte mit seiner Band „Satisfied“ fast 10 Minuten lang (auf der CD 4:59 Minuten).

Die Credits-Liste eines Mark Selby ist verdammt lang. So ist er als Songwriter/Co-Writer für eine ganze Reihe von Kenny Wayne Shepard Tracks verantwortlich: 3 auf „Ledbetter Heights“, 4 auf „Trouble Is“, 8 (!!!) auf „Live On“.
Mark Selby hat mehr als 10 top-40 Singles und 4 # 1 Hits geschrieben, so z.B. „There´s Your Trouble“ von den Dixie Chicks oder Kenny Wayne Shepards „Blue On Black“ (1998 Billboards Rock Track des Jahres).

Live hat er bereits zusammen mit B.B. King, Jeff Beck, Robert Cray, Lynyrd Skynyrd, Delbert McClinton oder Levon Helm auf der Bühne gestanden.

Nach seinem Debüt „More Storms Comin´“ (2000) wurde relativ schnell „Dirt“ (2002) „nachgeschoben“. Dann lässt einen der Selby ganze 4 Jahre warten, bis er endlich ein weiteres persönliches Lebenszeichen abgibt.
„And The Horse He Rode In On“ heißt das Werk und er nennt sich jetzt Mark Otis Selby. Wenn er meine Mail bezüglich der Ergänzung seines Namens beantwortet, wissen wir auch warum.

Musik von der Qualität eines Mark Selby ist einzuordnen im musikalischen Dreieck Blues, Rock und Singer/Songwriter.
Der Titel rekrutiert sich aus der Tatsache, dass er das Album mit seinem ältesten musikalischen Freund („the hores I rode in on: my trusty 1974 Mossmann acoustic guitar“) eingespielt hat.
Wir hören Mark Selby quasi Live “in the living room, warts and all.” Den Knopf der Aufnahmemaschine gedrückt und ab dafür.

Man hört Schritte, der Gitarrist setzt sich auf einen Stuhl, die „Klampfe“ wird in Position gebracht und in „Here´s To You…“ bringt Selby direkt mal seine Singer/Songwriter-Seite zu Gehör. Ok, so ganz Solo ist das Ding nun nicht. Auf dem Opener begleitet Tim Lauer Selby dezent auf dem Akkordeon.
Dann ein richtiges down-home Slide-Intro, das Mississippi-Delta lässt grüßen, für Bob Dylans „Down In The Flood“. Hölle, hat der Track eine Feeling.

Wie schreibt Selby im Booklet: “…and played aome of my new songs, some of my not-so-new songs, and a few of my favorite songs.“
„Deep Pockets“ ist der einzige Titel, der bereits auf Selbys „Dirt“ zu hören ist. Hier noch ein weiteres mal stripped down to the bone, eben ohne Wayne Jackson von den Memphis Horns oder Gastmusiker an elektrischer Gitarre oder Keyboards. Oftmals schmeckt Aufgewärmtes besser als frisch gekocht. Dann singt seine Frau Tia Sillers gegen Ende des Tracks mit. Welch eine Stimme.

Mark Selbys unverwechselbare, rockige Seite zelebriert er mit “Leveler, Reveler“. Das geht voll ab hier. Ich höre Denisé Stimme, ob sie mal in Ruhe telefonieren könnte. Rücksichtsvoll regele ich den CD-Player wieder auf Zimmerlautstärke.

Über „A Whiter Shade Of Pale“ habe ich ja schon geschrieben.
Für alle anderen nicht so alten Selby Songs müsst ihr, liebe Leser, eure Kenny Wayne Shepard CD´s bereit legen, denn „Last Goodbye“ und „Blue On Black“ befinden sich auf seinen Discs.
So klingen halt die „Rohdiamanten“ von Mark Selby geschriebenen Songs. „Blue On Black“ wieder mit Tia Sillers.

Jimi Hendrix´ „Little Wing“ wird zweimal durch den Selby´schen Musikwolf gedreht und wird zu einer Nummer, die sich nahtlos zu seinen Eigengewächsen gesellt.
Das war´s dann auch schon mit den nicht selber geschriebenen Songs.

Fingersnaps, Handclaps und Schenkelklopfer bilden den Rhythmus, Selby an der Harp und er zeigt uns in „Know The Blues“ was Selbi(y)ger ist. Etwas provokanter Titel, aber er trifft ins Zentrum meines Bluesherz.
In diese Kategorie passt perfekt “Up To No Good/Slide Wire”. Herr, oh Herr, Discs dieser Art sind der Bringer. Hinsetzen, Bandmaschine anschmeißen, Gitarre spielen. Schlittenfahrt mit dem Bottleneck einen steilen Hang hinunter.

Da kommt das „The Scheme Of Things“ mit ein wenig Hammond B-3 Begleitung gerade richtig zum Erholen. Diese Ballade gleitet auch wunderbar dahin, aber eher in flacheren Landstrichen.

Von ähnlichem, besinnlichen Kaliber ist „Sometimes I Feel Like Goin´ Home“, der „letzte“ Song auf der CD. Da habe ich mich schon gewundert: Über 10 Minuten lang? Freunde des guten (Blues-) Geschmacks, es gibt noch einen Hidden-Track und zwar den Titelsong des Albums: „…And The Horse I Rode In On“.
Mit den versteckten Liedern ist das ja so eine Sache. Zum Teil ellenlange Pausen bis das Versteckspiel ein Ende hat. Auch an dieser Stelle wartet Mark Selby mit einer kleinen Überraschung auf: Er sagt uns, dass „Sometimes I Feel...“ das Ende der CD sein sollte, aber es ist ja noch Platz, also, hier ist es „…And The Horse I Rode In On“ mit einem Chor (The Moraine Tabernacle Choir).
So haben die „…“ hinter dem ersten Titel und vor dem Hidden-Track schon ihre Bedeutung, denn sie umklammern in gewissem Sinne die anderen Songs.
Letztendlich endet der Silberling (fast) so, wie er begonnen hat: Der Knopf an der Aufnahmemaschine wird ausgestellt, die Gitarre hat Ruhe und Mark Selby verlässt den Raum.

Wieder hat sich ein Musiker seinen Herzenswunsch erfüllt und das mit bewundernswerter Klasse. Das lange Warten hat sich gelohnt. Aber bitte, lieber Mark, nicht wieder 4 Jahre bis zur nächsten vergehen lassen.

Howdy Mark.

Mark will be on tour in Germany in May.
Auch in meiner Rezension schließt sich nun ein Kreis und ich werde an den Tatort zurückkehren, an dem meine CD-Kritik begann …
13.5.2006 The Red Rooster, Kaiser-Friedrich-Str. 150, Duisburg.




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Joachim
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