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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 502 mal aufgerufen
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HevyDevy
Big Buffalo

Beiträge: 313


15.10.2005 17:18
Liquid Scarlet - II antworten

(Progress Records)


1. Lines are drawn again 5:14
2. The carafe (part II) 10:07
3. The marriage of Maria Brown 4:33
4. Rhododendron 9:30
5. Everywhere 4:05
6. Just like you 4:19
7. Killer couple strikes again 3:51
8. There's got to be a way to leave 4:26
9. The thorn in your flesh 3:56
10. Lines 7:09

Gesamtlaufzeit: 57:10


Das selbstbetitelte Debut-Album dieser jungen Band aus Schweden wurde in der Fachpresse praktisch durchgehend in hohen (teilweise sogar in höchsten) Tönen gelobt. Ein erfrischender Mix aus 70er Jahre Prog à la King Crimson und einer gehörigen Portion skandinavischer Melancholie (ähnlich ihren Landsleuten von Anglagard). Dazu gab es noch einen Schuss Alternativ-Rock und eine Hackett’sche Gitarre. Warum schreib ich das alles, wenn man doch besser gleich das Review zum Debut lesen könnte? Nun, auf dem kürzlich erschienen Nachfolgealbum mit dem schlichten Titel „II“ findet man erst mal gar nichts davon, was das Debut Album ausgezeichnet hat. Das zeigt schon, Liquid Scarlet ruhten sich nicht auf den Lorbeeren aus und präsentieren uns auf „II“ etwas (fast) völlig neues. Ich muss gestehen, nach dem ersten Durchlauf war ich geschockt. Wo waren die traumhaft schönen Gitarren-Soli? Wo waren die wenigen, aber prägnanten Instrumental-Ausbrüche? Und was soll diese lächerliche, ja fast schon banale Rocknummer „Killer Couple Strikes Again“? Ich war drauf und dran das Ding erst mal für eine Weile im Regal verstauben zu lassen...Doch wie man sieht kam es anders. Ich habe es geschafft meine hohen Erwartungen abzulegen und mit offenem Ohr zu lauschen und tatsächlich offenbarten sich Qualitäten, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Doch der Reihe nach.

Der Opener „Lines Are Drawn Again“ beginnt mit sanften Piano-Klängen. Sänger Olov Andersson stimmt eine wunderschöne Gesangslinie an. Ein simples Gitarrenriff setzt ein und gegen Ende steigert sich der Song entwickelt viel Dynamik und man beginnt davon zu schweben.

Das 10-minütige „The Carafe (Pt. 2)” lässt dann doch wieder King Crimson durchschimmern, orientiert sich allerdings eher an den psychedelischeren Momenten. Die Instrumentalpassage zu Beginn erinnert mich stark an „Lark’s Tongues In Aspic Pt.1“. Die Stimmung schlägt allerdings kurz darauf um und es wird jazzig-psycholdelisch. Der Gesang erinnert mich stellenweise, man glaubt es kaum, an Nick Cave zu „From Her To Eternety“-Zeiten. Ab Minute 7 wird’s dann wieder ganz wild und man fühlt sich wieder an die scharlachroten Könige erinnert. Mit Sicherheit der interessanteste Track des Albums und gleichzeitig meine Empfehlung als Anspieltipp.

„The Marriage Of Maria Braun“ ist eine leichtfüssige, schwebende Ballade mit etwas komischem Gesang. Die Tonlage scheint Andersson nicht wirklich zu liegen. Nichtsdestotrotz eine angenehme Abwechslung nach dem abgefahrenen Tripp des vorangegangenen Tracks,

„Rhododendron“ ist der zweite Longtrack des Albums und beginnt mit balladeskem Gesang begleitet von Piano und Akkordeon (!). Mir fällt es an dieser Stelle schwer den Song zu beschreiben, da ich nichts vergleichbares kenne. Ab 2:30 geht dann wieder instrumental die Post ab. Ein abgefahrenes Gitarrenriff, schräge Synthie-Klänge...und plötzlich ein Umbruch. Eine sanfte Flöte setzt ein, begleitet von komischen Klick- und Klapp-Geräuschen. Gegen Ende steigert sich der Song, ähnlich dem Opener, zu einem schwebenden, psychedelischen Ausklang.

„Everywhere“ stellt für mich so etwas wie den Tiefpunkt des Albums dar. Eine ruhige Ballade getragen vom immergleichen Keyboard-Riff. Irgendwie plätschert mir das alles zu sehr vor sich hin. Atmosphärisch ganz interessant, aber irgendwie ohne Pointe.

„Just Like You“ ist eine nur von Gesang und Streichern getragene Ballade, wobei die „Lead-Geige“, um es mal so zu nennen, hauptsächlich der Gesangsmelodie folgt. Meiner Meinung nach das Highlight der ruhigeren Phasen der Platte. Anspieltipp Nummer 2.

Mit „Killer Couple Strikes Again“ hatte ich wohl zu Beginn am meisten Mühe. Der Gesang klingt seltsam verfremdet und man schielt ein wenig in kommerziellere Gefilde. Ich war drauf und dran einen offenen Brief an die Jungs zu schreiben mit dem Hinweis, solche Tracks doch in Zukunft ihren Landsleuten von „The Hives“ zu überlassen, die rocken wesentlich besser. Doch mehr und mehr fand ich Gefallen an diesem Track und ich ertappte mich, wie immer mal wieder den Refrain vor mich hier summte. Auch hier braucht man anscheinend ein offenes Ohr und keine besonderen Erwartungen. Der Bass groovt heftig und es gibt diese herrlichen Synthie-Solos, die mir nach den ersten paar Durchläufen gar nicht aufgefallen sind.

„There's Got To Be A Way To Leave“ ist wieder eine Ballade die mir, ähnlich wie “Everywhere” etwas zu sehr vor sich hin plätschert. Dafür stimmt die Atmosphäre und das wunderschöne Klarinetten-Solo am Schluss tut sein übriges. Kein Highlight, aber auch nicht wirklich ein Filler.

„The Thorn In Your Flesh” steigert das Tempo wieder. Die Instrumente grooven wieder höllisch und der Refrain ist gewaltig. Anspieltipp Nummer drei.

Das abschliessende „Lines“ schliesst den Kreis. Vom Aufbau her ähnlich dem Opener beginnt das Stück ruhig und balladesk, steigert sich gegen Ende hin und mit dem einsetzen der Streicher zu einem hymnischen und mehr als gelungen Abschluss.

FAZIT: Mit ihrem zweiten Album hat mich diese Junge Band aus Schweden restlos überzeugt. Die Retro-Elemente sind nicht mehr so prägnant wie auf dem Debut, dafür klingt „II“ eigenständiger und vor allem abwechslungsreicher. Liquid Scarlet haben ihren Sound um etliche Facetten erweitert und erzeugen dadurch einen hohen Wiederspielwert. Allerdings muss man mit einem offenen Ohr an diese Scheibe herangehen und darf sich nicht auf seine eigenen Erwartungen fixieren. Beide Daumen nach oben!

9/10

rian
Let`s rock

Beiträge: 2

18.02.2006 13:28
RE: Liquid Scarlet - II antworten

Hallo,
Liquid Scarlet sind nette Jungs, hatte das Glück diese Burschen am 08.11.05 bei uns Auftreten lassen zu können.
CD hören ist so ne sache, Live habe die absolut eine geniale Show geliefert. So viel Spielfreude und
Energie durfte ich selten erleben. Die Jungs sind so ca 25 Jahre alt, und haben ihre Musik mit so viel Ausdruck dargeboten. Einer unserer Stammgäste meine eine der besten Bands die er bei uns gesehen hat. Besonders hervorheben muss ich noch den Sänger Markus Vagervall ihm beim Konzert zuzuschauen war ne echte Augenweite. Immerwieder schön eine solch Junge Band Live und persönlich erleben zu dürfen. Für mich ein echtes Highlight im Jahr 2005!


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