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Dieses Thema hat 6 Antworten
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fkorte
Let`s rock

Beiträge: 1

21.11.2013 01:22
Progressive Rock, Jugendkultur antworten

Hallo,

in meinem Referat über Progressive Rock möchte ich auch der Frage nachgehen, aus welcher Art von Gruppe sich die Szene der Progressive Rock - Hörer in seinen Anfängen der 70er zusammensetzte.

Ich habe mich etwas eingelesen und versuche mal meine Auffassung zu formulieren:

Ein wichtiger Aspekt ist, dass sich die Jugend ernst nehmen wollte: Sie wollte sich abheben von der "Beat-" und Rockmusik wie auch der "Disco-Musik" der damaligen Zeit, in der es um "banale" Themen wie erste Liebe usw. ging und der Tanz im Vordergrund stand, sondern sich kritisch aber auch optimistisch mit der Umwelt in Form von politischen und gesellschaftskritischen Konzeptalben auseinandersetzen. Neben der offensichtlichen Tatsache, dass die Musik anspruchsvoller und mutiger arrangiert wurde, sollte zunächst der Musiker und seine Musik im Vordergrung stehen und nicht der Tanz oder große Bühnenshows (dies änderte sich aber bald wieder mit der Kommerzialisierung des PR und den Supergroups).
Daraus schließe ich, dass Jugendliche höher gebildeter Schichten (-> "Studentenrock") sich dem PR zuwendeten. Ein anderer Teil der Zuhörerschaft waren aber Fans, die die Stiländerung ihrer Bands mitmachten (Beatles vor und nach yesterday). Eine Gegenbewegung wurde später der Punk, bei dem wieder der "Tanz" -> Pogen und diletantische Musik im Vordergrund stand und nicht die von Muikzeitschriften Selbstverherrlichung und Einbildung.
Kann ich das in etwa so ausdrücken? Gibt es Fehler oder etwas hinzuzufügen?
Und inwiefern unterschied sich die Scene des PR noch von der anderer Musikrichtungen? Gab es zum Beispiel typische Kleidung?
War das Publikum vom Alter her eher über 20 (keine Liebeslieder mehr sondern kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt) oder welches Alter hatten sie? Gab es so etwas wie eine Jugendscene, die sich ganz dem Progressive Rock verschrieben hatten (wie heute z.B. hip hopper, emos,...)?

Ich bin über jeden Hinweis dankbar!!

Schöne Grüße,
Frank

toni
The boss

Beiträge: 1.327


21.11.2013 15:50
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

hallo,

Punk, bei dem wieder der "Tanz" -> Pogen und diletantische Musik im Vordergrund stand und nicht die von Muikzeitschriften Selbstverherrlichung und Einbildung.

das finde ich überhaupt nicht !
mag wohl einfach daher kommen:
aber die ( politische ) kraft , Dynamik , es auf den punkt bringen ,
war doch einmalig .

also mit höher gebildeter Schichten hören mehr pr musik , na ja eher nein.
wer hört prog : leute die sich sehr intensive mit musik befassen ,
alter , kleider , ist so was von egal beim musik hören und des Hörers.

gruss

George
The boss

Beiträge: 1.380


21.11.2013 15:51
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

Hallo Frank,
die Artikel von Uli Krug aus 2006 könnten für dein Referat ganz hilfreich sein (aber immer schön zitieren!)
http://jungle-world.com/artikel/2006/31/17963.html
http://jungle-world.com/artikel/2006/32/18004.html
http://jungle-world.com/artikel/2006/33/18047.html
http://jungle-world.com/artikel/2006/34/18088.html
So wie du das schreibst, habe ich die Zeit damals auch empfunden. Mit den Bravo-lesenden Poppern wollten wir nix zu tun haben; wir lasen Sounds oder Musik Express, der muffige Adenauer Mief mit Erhard und Kiesinger noch etwas verlängert, wurde durch den smarten Brand endgültig aus den Stuben rausgeweht...Sahen Beat-Club, später Rockpalast;Dieter-Thomas Heck war Zu den Glam-Rockern grenzten wir uns schon ein wenig ab, auch wenn wir Schlaghosen, manchmal auch "hochhackige Stiefel" (Alvin Stardust oder Slade)trugen,ansonsten (Woodstock-, Monterrey-Festivals waren vorbei), Batik-Shirts und natürlich (so einen scheißgrünen Military)Parker, wir waren aber alle Pazifisten; die meisten haben dann wirklich den Kriegsdienst verweigert.
Edit:Wir waren damals eine feste Klicke, die aufs Gymnasium ging und sich in der Freizeit mit allen möglichen Gesellschaftsschichten im autonomen, selbstverwalteten Jugendzentrum getroffen haben; die "Altachtundsechziger" die dort das "(Che Guevara)-Kommando" hatten, haben uns natürlich auch geprägt, bzw die Platten aufgelegt, meine YESSONGS haben sie aber auch aufgelegt, nach dem Ende meiner Jugend wurde das JZ geschlossen.
Während der Studienzeit versuchte mich mein bester Studienkollege mit Sex Pistols und anderem Punk zu überzeugen, damals war ich aber noch nicht offen genug, mich auch auf andere Musikrichtungen einzulassen...

hero
Rising sun

Beiträge: 428

23.11.2013 14:57
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

Hi Frank,
zunächst finde ich's toll, dass du dich mit den "Altvorderen" des PR beschäftigst. Zu dem, was Georg beschrieb, möchte ich aus meiner Erfahrung dieser Jahre (1970-ca.-80) einiges ergänzen. Unsere Clique besuchte fast jedes Rock-Konzert, das in LU/MA stattfand. Das ging von YES über ELP,F.ZAPPA,EKSEPTION, RORY GALLAGHER bzw.TASTE, TEN YEARS AFTER, CHICAGO bis zu SANTANA.Also nicht zwingend PR. Was gar nicht so zog war z.B. T.REX, SWEET, DDDBM&T(googeln!)u.ä., die damals im Radio rauf & runter gespielt wurden. War mir/uns zu poppig. Will sagen, wir hatten die Erwartung an uns selbst, dass das,was wir konsumierten, als "anspruchs-" bzw. "kunstvoll" gelten sollte. Dann kam der Einbruch des Punk (1977), vorbereitet auch durch linksintelektuelle Schreiberlinge des "SOUNDS" u.ä. Publikationen. Wir waren dem Zielpublikum des Punk damals eigentlich schon entwachsen - ca. 24/25 Jahre alt - und sahen dem Treiben nur staunend zu und hörten SEX PISTOLS etc. zur Befriedigung punktueller Neugierde nur gelegentlich. Ich hielt diesen Hype damals für geschicktes Marketing. Mehr nicht. Die Clique löste sich auf (Familiengründung, Beruf etc) und ich hörte weiterhin die Progs, die mir damals gefielen wie ELP, GENTLE GIANT, MIKE OLDFIELD, KC, MAGMA (ja,damals schon!), aber keine GENESIS,VdGG - keine Ahnung,warum nicht.
Zur Sozialisation gibt's zu bemerken, dass wir aus erzkonservativen, sprich katholischen Elternhäusern kamen, die gleiche Grund- damals Volks -schule besuchten und in die gleichen Kinder- und Jugendorganisationen (BDKJ) gingen. Erst Gymnasial- und Ausbildungsjahre ließen uns tagsüber getrennte Wege gehen. Abends und wochenends traf man sich wieder im kath.JUZ oder zu Konzerten, Kinogängen ("Das große Fressen" war der Hit!),ROCKPALAST gucken. Disco war nogo.
Ich blieb hauptsächlich bei Prog, schielte auch mal nach Alternative (LIVE,SOUNDGARTEN), befasste mich um die Jahrtausendwende mehr mit Klassik (musicosophia in St.Peter), um dann wieder Prog mit "anderen" Ohren zu hören.
Ich hoffe, noch ein wenig dem Bild des Prog von Dunnemals hinzu gefügt zu haben und wünsche dir noch viel Erfolg.
VG
Roland

toni
The boss

Beiträge: 1.327


24.11.2013 00:06
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

hallo,

seinen wir tolerant und offen und glauben nicht die Weissheit für uns zu haben.

was zählt nun wirklich ?

lasst uns das mal alle wissen ?

ich kann nur für mich schreiben und für mich ist es ganz einfach :
alles was mich extrem berührt , ist super !
ob dies nun progmusik ist oder Volksmusik ist doch so was von egal!
hey, es muss etwas in mir bewirken / auslösen / hühnerhaut / beglücken und von wo der Input kommt
ist ja total egal.
Hauptsache ist :
es gefällt !
ob hochstehen oder nicht !
was soll`s , Fazit :
jedem das seine und wenn er glücklich damit ist , so soll es im gegönnt sein !

ich habe gelernt :
was für mich genial und perfekt ist ,
dass muss für andere absolut nicht der fall sein.

in diesem sinne :
geniessen wir unsere musik und seien wir glücklich damit !

gruss

George
The boss

Beiträge: 1.380


24.11.2013 02:05
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

Hmmm,Toni... ganz so einfach war das in meiner Jugend nicht. Da gab es schon mächtigen Gruppenzwang; da habe ich mir z.B. die Beach boys angehört, ohne es an die große Glocke zu hängen; war entäuscht, dass meine Caravan-Missionierungsversuche nicht ankamen...u.s.w. Wir waren knallhart intolerant! (Vielleicht höre ich mir deshalb heutzutage auch mal "Moon Safari" oder "Eclipse Solair" an)
"Sie (die Progressive-Rock Gemeinde,gabs die wirklich?) wollte sich abheben von der "Beat-" und Rockmusik" Das stimmt so für mich nicht Frank, eindeutig natürlich von der "Disco-Musik". Um ganz ehrlich zu sein, habe ich erst hier im Forum gelernt, dass ich früher mehrheitlich Prog-Rock gehört habe. Diese Bezeichnung kannte ich in meiner Jugend nicht, da galten die Bezeichnungen Klassik Rock (Nice, ELP, Jethro Tull, Yes (hauptsächlich Rick Wakeman),Ekseption, Focus), Rock (Genesis, The Who, The Rolling Stones),Blues-Rock (Jimi Hendrix, Lynyrd Skynyrd, Allman Brothers Band), Hard Rock(Black Sabbath,Deep Purple, Led Zeppelin),Jazz-Rock (Billy Cobham, Chick Corea, Stanley Clark) Psychedelic Rock (Pink Floyd, Brainticket, Frank Zappa),Folk-Rock (Joan Baez, CSNY) sowie Krautrock (Guru Guru, Kraan, Birth Control, Frumpy)
Die Abgrenzung galt für uns hauptsächlich der Pop Musik,(Diskomusik) (wobei es dann auch "Diskos" gab, die unsere Musik spielten) ganz eindeutig dem Schlager und ganz besonders auch dieser volkstümlichen "Gaudimusik".
Natürlich gabs Fraktionen, die sich entschieden von den Beatles abgrenzten und den Rolling Stones den Vorzug gaben,und umgekehrt, das war aber nicht meine Baustelle, ich mag beide Bands.
@Roland, die erste Jimi Hendrix-Scheibe (mono) hatte mir ein BDKJler vorgespielt!

jerrycornelius
Globaler Moderator

Beiträge: 875


27.11.2013 10:10
RE: Progressive Rock, Jugendkultur antworten

Einen Aspekt würde ich noch hinzufügen: das Eintauchen in Phantasiewelten. Guck dir mal die Cover und die Texte der damaligen Alben Anfang der 70er an: Genesis, Yes, Gentle Giant, King Crimson... das war schon ziemlich abgefahren und z.T. auch esoterisch. Es ging auch ein bisschen um Aussteigen aus der stumpfsinnigen Realität.

 Sprung  
Online seit 27.07.05

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