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Jogi
Administrator

Beiträge: 5.582


10.04.2006 14:32
Poor Genetic Material - Interview v. 09.04.2006 antworten
Die Gruppe „Poor Genetic Material“ aus Mannheim genießt in engsten Progkreisen inzwischen hohes Ansehen. Das aktuelle Album „Spring Tidings“ beendet eine Serie von PGM-Alben über die Jahreszyklen. Zukünftig wird es auch neue Sounds geben. Ein Grund mehr für mich, einen gedanklichen Austausch mit Philipp Jaehne, dem Tastenmann von PGM, zu führen.

Jogi: Hallo Philipp,

ich finde es klasse, dass Du Dir Zeit nimmst, uns ein par Fragen zu beantworten. Wie geht es Dir und der Band, nach dem Euer neues Album „Spring Tidings“ gerade in der einheimischen Prog-Szene so gut ankommt. Bist Du überrascht?

Philipp:
Um ehrlich zu sein, diesmal gar nicht soo sehr, wir waren eigentlich sehr selbstbewusst, was dieses Album angeht. Auch die Reaktionen von Leuten außerhalb der Band, die wir während des Mix- und Mastering-Prozesses bekamen, bestätigten uns, dass man dieses Album wirklich vorzeigen kann. Umso schöner aber, wenn Schreiber und Hörer das dann auch tatsächlich so sehen.

Jogi: Auf „Spring Tidings“ habt Ihr wirklich viele schöne, frische Klänge verarbeitet. Teilweise finden wir aber auch richtig rockige Riffs vor. Wie würdest Du selbst Euren Stil auf dem neuen Album bezeichnen?

Philipp:
Ich habe es aufgegeben, das zu versuchen. Ich sehe nur - teils erstaunt, wie Reviewer, die so was ja tun müssen, sich abplagen uns einzuordnen. Dabei freut mich sehr, wie oft das Eigenständige unserer Musik betont wird. Unsere Einflüsse sind natürlich unüberhörbar, aber ich denke, wir haben wohl eine recht ungewöhnliche Mischung.

Jogi: Welche Bands haben Euch stets beeinflusst? Was waren gerade für Dich als Keyboarder die bahnbrechenden progressiven und vor allen Dingen nachhaltigen Trademarks?

Philipp:
Natürlich sind da die großen Prog-Bands der Siebziger zu nennen. Daneben aber auch aus einer ganz anderen Ecke Bands wie Police oder XTC. Ein starker Einfluss waren auch (auf Spring Tidings nicht mehr ganz so stark) Leute wie Brian Eno oder David Sylvian.
Als Keyboarder habe ich das band- und songdienliche Spiel von Leuten wie Tony Banks oder Pete Bardens immer noch weit mehr bewundert als das Spektakuläre von Wakeman oder Emerson. Bei Genesis und vielleicht noch stärker bei Camel kommt ein Solo, wo der Song eines verlangt, und im Solo steht dann die Melodie im Vordergrund, nicht das technische Showing-off.
Vielleicht sind wir deshalb auch nicht ganz so einfach als Neo- oder Retro-Prog zu kategorisieren, weil es nicht die offensichtlichsten Prog-Trademarks sind, die wir aufnehmen und verarbeiten.

Jogi: Wie siehst Du Eure musikalische Entwicklung?

Philipp:
Angefangen haben wir ja als instrumentales Quasi-Ambient Projekt. Wobei das einfach die Musik war, die wir damals nur machen konnten. Ohne Sänger kann man halt nur instrumental bleiben und ohne Drummer ist es schwierig, Rock zu spielen. Das soll jetzt nicht nach Notlösung klingen, denn nach wie vor, finde ich die Sachen, die wir damals gemacht haben, faszinierend. Im Grunde konnten wir aber nur die Ideen wirklich ausleben, die in eine bestimmte musikalische Richtung gingen.
Dann erweiterten sich unsere Möglichkeiten mehr und mehr durch die Musiker, die dazu kamen und die schrittweise Verbesserung unserer Produktionsmöglichkeiten, so dass wir heute Einflüsse und Ideen unterschiedlicher Richtungen wirklich mischen und Schwerpunkte so setzen können, wie wir wollen.

Jogi: Ihr seid nun beim vierten Teil Eurer „Serie“ über die vier Jahreszeiten angelangt. Wohin soll die musikalische Reise gehen? Habt Ihr schon neue Ideen und Vorstellungen?

Philipp:
Das nächste Album ist, was das Songwriting betrifft, bereits fertig und wir sind mitten in den Aufnahmen. Es wird ein straightes Pop-Rock-Album werden, also ganz anders sein, als die Alben des Jahreszeiten-Zyklus. Es ist einfach Zeit, mal wieder etwas in eine andere Richtung zu probieren. Nebenbei sammeln wir aber auch schon Ideen für das übernächste Album, das dann ein Konzept-Doppellalbum werden soll.

Jogi: Ihr arbeitet mit Phil Griffiths von Alias Eye zusammen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit? Ich kann mir vorstellen, dass Phil gerade auch bei Alias Eye sehr gefordert ist.

Philipp:
Da ist er extrem gefordert, das ist richtig. Insofern sind die Aufnahmen mit uns für ihn eher „Urlaub“, da er sich wirklich ganz aufs Singen konzentrieren kann und sich um sonst nichts kümmern muss. Interessant finde ich auch, dass man in einigen Reviews liest, Phils Stimme käme bei uns fast mehr zur Geltung als bei Alias Eye. Scheint also so zu sein, dass wir Musik schreiben, die eine optimale Plattform für ihn ist.

Jogi: Auf „Spring Tidings“ sitzt nun Dominik Steinbacher am Schlagzeug. Warum ist Ludwig Benedek ausgestiegen?

Philipp:
Die Doppelbelastung mit Alias Eye und PGM wurde spätestens dann zu viel, als Ludwig Vater wurde. Die Zeit hatte er einfach nicht mehr.
Wir hatten dann aber wirklich Glück, dass wir mit Dominik jemanden gefunden haben, der nicht nur richtig Lust auf die Musik hat, die er bei uns spielen kann, sondern der auch aus gemeinsamen anderen Bands optimal mit Dennis (Anm.: Dennis Sturm, Bass) eingespielt ist.

Jogi: „Poor Genetic Material“ ist bis dato ein reines Studio-Projekt. Dann spielt das Label „QuiXote“ bei Dir noch eine Rolle. Wie teilst Du Dir das Musikmachen und –produzieren ein? Und ist es ganz sicher, dass es Euch niemals auf der Bühne geben wird?

Philipp:
Das Label wurde zunächst ja als Vehikel für unsere eigene Musik gegründet. Mittlerweile ist es deutlich gewachsen und nimmt zeitweise mehr Zeit und Energie in Anspruch als die eigene Musik. Dann wird es Zeit, dass ich mich mal wieder daran erinnere, wofür das Label zunächst eigentlich da sein sollte, und mich wieder stärker auf das Musikmachen konzentriere.
Live wird es uns nicht geben, das ist sicher. Die größte Befriedigung beziehen wir aus dem Schreiben neuer Stücke. Und mit der beschränkten Zeit, die wir haben, liefe es auf ein Entweder-Oder hinaus: Entweder Live spielen oder ein neues Album einspielen. Vor die Alternative gestellt, ist für uns die Entscheidung klar.

Jogi: Was benutzt Du für Keyboards?

Philipp:
Ein Kawai MP8 als Einspieltastatur und für die Pianosounds, einen Creamware Noah für Hammond- und Minimoogsounds. Ansonsten nur Software-Emulationen, vor allem (unüberhörbar) das G-Force M-Tron, mit wirklich unglaublich authentischen Mellotron-Klängen.


Jogi: Wer hat bei „Poor Genetic Material“ die hauptsächlichen Einflüsse und Ideen bei den einzelnen Kompositionen?

Philipp:
Das Grundgerüst der Stücke und die Texte stammen von Stefan (Anm.: Stefan Glomb, Gitarre) und mir. Allerdings hat in seinem Bereich jeder absolute Freiheit und das letzte Wort, wie das am Ende zu klingen hat. Wäre auch reichlich absurd, wenn einer von uns versuchen würde, Phil die Gesangslinien vorzugeben.

Jogi: Lieber Philipp, ich kann Dir bestätigen, dass Euch gerade mit „Spring Tidings“ ein wirklich duftes Album gelungen ist. Aber was sind Deine 5 Alben für die Insel?

Philipp:
Fünf? Vergiss es! Auf fünfzig könnte ich mich vielleicht festlegen, aber fünf .... Aber gut ich versuch’s:
- Van der Graaf Generator – Still Life
- Camel – Moonmadness
- Bruce Springsteen – The River
- Neil Young – Rust Never Sleeps
- U2 – Achtung Baby
Kann aber morgen schon wieder ganz anders sein.

Jogi: Es hat mich wirklich gefreut, dass wir uns mal ein bisschen über „Poor Genetic Material“ austauschen konnten. Ich wünsche Dir und der Band auch im Namen der gesamten Redaktion weiterhin viel Erfolg. Und ich freue mich schon jetzt auf ein neues Album. Ich hoffe, Du hältst uns auf dem laufenden.

Philipp:
Das werden wir tun. Wie gesagt, das nächste Album kommt bald. Und vielen Dank für die Fragen, hat wirklich Spaß gemacht.


http://www.poorgeneticmaterial.de/
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Gruß Jogi

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