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bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


08.07.2007 17:38
Eric Sardinas/Gwyn Ashton, 28.06.2007, Dortmund, FZW antworten
Hallo zusammen,

’Heavy Blues Rock’. So titelte das FZW auf seinen Plakaten zum Doppelkonzert von Gwyn Ashton und Eric Sardinas. Daran interessiert waren zirka 150 zahlende Gäste, die sich im Saal des Freizeitzentrums West einfanden und zum Teil von weit her kamen.

Der rote Faden durch die insgesamt 160 Minuten effektive Spielzeit sollte die Dobro sein. Während der zwei Konzerte stellte sich heraus, dass es auch ein Abend der (behebbaren) Pannen wurde. Dazu aber später.

Es war einer der schöneren Tage dieses erst jungen Sommers und somit konnte das Doppelkonzert bei etwas gehobener Anfangsstimmung pünktlich um 20:00 Uhr mit Gwyn Ashton beginnen, genauer Gwyn Ashtons Powerduo, denn er spielte lediglich in Begleitung seines Drummers Darren Lee. Definitiv ein echter Rückhalt für den Gitarristen, aber dennoch stellte sich im Laufe des Ashton-Konzerts die Frage, ob der Verzicht, aus welchen Gründen auch immer, auf einen Bassisten der Bringer war. Da fehlt einfach das Pumpen und Blubbern eines Tieftöners.



Lees Arm- und Beinmuskulatur stellt die Felle und Becken seines Arbeitsgerätes auf eine ungeahnte Probe. Ein echter Härtetest war das und letztendlich gab die Snare nach genau einer Stunde ihren Geist auf, weil das Fell barst. Für spontanen Ersatz konnte nicht gesorgt werden und so fand der Ashton-Gig ein jähes Ende, wenn da nicht der Protagonist persönlich und bestimmt unfreiwillig für den Höhepunkt sorgte, indem er “Georgia On Mind“ in seiner individellen Art interpretierte.



Ein weiteres Highlight war der Robert Johnson-Song “Crossroads“ für den Ashton auf dem Koffer der Basstrommel Platz nahm und seine Resornator-Gitarre auf dem Schoß spielte. Eine heftig beeindruckende Darbietung, die auch ohne die Unterstützung des Drummers ausgekommen wäre.
Den Schwerpunkt der Setlist bildete an diesem Abend eine Auswahl an Songs seines neuen Albums Prohibition. Heavy Blues Rock fast am Stück. Nach 30 Minuten schaltete das Power-Duo dann einige Gänge zurück und mit der Ballade “Back To You“, aufgelockert mit einem “Stairway To Heaven“-Part, wurde es etwas ruhiger auf der Bühne und im Saal.
Nicht nur die Drums wurden auf ihre Standfestigkeit überprüft.
Während beider Gigs mussten auch die Gitarren leiden. Gwyn Ashton streute immer wieder heftige Soundspielereien ein, indem er seiner Fender Stratocaster und der Dobro diverse Rückkopplungseffekte entlockte, wild am Switch für die Tonabnehmer herumschaltete oder Korpus und Gitarrenhals ’verzog’. Von den Saiten ganz zu schweigen.





Ein Auftritt mit Ereignissen, die nicht im Drehbuch standen: Wie sagte Ashton, nachdem die Snare in die Wicken ging: >>This is not our evening!<<

Die Umbaupause gestaltet sich kurz. Die Snare wurde repariert, aber der Sardinas-Drummer sorgte vor und legte sich eine Ersatz-Snare bereit. Das Warten auf Eric Sardinas, der um 21:30 Uhr mit seinen Musikern die Bühne enterte, wurde durch Smalltalk überbrückt.
Durch einen Blick in die Runde konnte man sich davon überzeugen, dass sich der Saal merklich gefüllt hatte.

Zwei Dobros waren das Arbeitsgerät des Amerikaners. Eine recht mitgenommen aussehende Gitarre hatte zunächst Pause. Mitgenommen deswegen, weil sie bei Konzerten in der Vergangenheit vom Slide-Zauberer angezündet wurde. Im FZW wurde auf diese Showeinlage verzichtet.



“Treat Me Right“ war der Opener und das Sardinas-Trio musste sich kaum Sympthien erspielen. Das Publikum war stehenden Fußes erobert.
Bekannt ist, dass Sardinas bei seinen Shows die gesamte Bühne in Beschlag nimmt und sich auch gerne am vordersten Bühnenrand aufhält. So war es beim ersten Song und er zeigte den Zuschauern, was es heißt, seine Songs mit einer Stufen-Dynamik zu versehen. Der Wechsel zwischen heftigen und ruhigen (auch akustischen) Phasen in den Tracks war eines der beeindruckenden Merkmale des Konzerts. Die Lautstärke drehte er nicht nur einmal auf Null und sang ohne Mikro ins begeisterte Publikum.



Lange Instrumentalpassagen prägten die Tracks und irgendwie war es so, als habe Sardinas eine über die gesamte Spielzeit andauernde Adrenalinausschüttung. Ein Vollblutmusiker wie er im Buche steht, anders konnte man es nicht ausdrücken.
Oder vielleicht auch so, wie es Josef auf dem Heimweg an den unteren Niederrhein formulierte: >>So wie der gespielt hat, muss er in einer Gitarre geboren worden sein.<<

Bereits zwei Mal war der Berichterstatter Zeuge eines Sardinas-Gigs und der Slide-Irrwisch hat es wieder geschafft, nämlich voll und ganz mitzureißen. Alle im Publikum konnten sich davon überzeugen, dass es keinen Gitarristen gibt, der schneller von Slide zu Solo und zurück wechselte, wie er. Äußerst hilfreich war dabei natürlich seine ausgefeilte Fingerpicking-Technik.
Seine ersten Einsatz hatte die oben erwähnte Dobro dann in “I Can’t Be Satisfied“, einem Titel seines Debüt-Albums, den er mit einer ruhigeren Country-Blues Einlage ausbaute. Ein Wunder, dass dieses Ding überhaupt noch funktionierte. Na ja, 2- bis 3-mal muss Sardinas während des Gigs schon nachhelfen, bis der Stecker Kontakt mit der Gitarre hatte. Die Lautstärkeregelung hatte einige Mängel in den unteren Bereichen, aber, wehrte Leser, dass spielte und spielt bei einem Sardinas-Auftritt keine Geige.
Zwei Wah Wah-Pedale? Die Nähe zu den Akteuern ließ es zu: Der Hexer hebelte mit beiden Füßen auf den Effektgeräten rum. Novum, bei den vielen Konzerten, die man so im Laufe der Jahre hinter sich gebracht hat.





Irrwisch, Bottleneck-Zauberer, Hexer: Die Setlist war gespickt mit Songs aus seinen drei Alben. Klar, krachender Blues Rock der Marke Sardinas, aber er wusste auch durch nicht wenige langsamere und ruhigere Songs zu überzeugen.
Gecovert wurden “As The Crow Flies“ in einer Rory Gallagher-Auslage und – akustisch - R. Johnsons “Come In My Kitchen“.





“Texola“ war ein Exemplar der Gattung Slide-Rock’n’Roll. Hölle, hatte die Nummer Drive, genauso wie “Piece Of Mine“ oder “Devil’s Train“.
Auch während dieser Show waren Reparaturarbeiten von Nöten. Besagte Snare wurde abermals ins Trommelnirwana befördert, aber der Drummer hatte ja eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Unbemerkt vom Protagonisten, der sich am Bühnenrand austobte, wurden Instandsetzungsarbeiten vorgenommen.
Alle Hände voll zutun hatte der Schlagzeuger bei der Zugabe, denn er musste, nein, nicht die Snare, sondern eine andere Trommel stimmen und dann schmierte auch noch ein Becken in der Art eines Klappmessers ab. Der Stimmschlüssel verschwand in der Eile im Mund, mit der Bassdrum gab er noch den Takt an und richtet beidhändig das Becken. Dann ging es aber wieder in die Vollen.
Viel beschäftigt mit diesen unerwarteten Dingen zeigte sich der Schlagzeuger als äußerst flexibler Musiker, der kleinste musikalische Aktionen seiner Mitstreiter aufsog und umsetzte. Während der Zugabe spielte er mit seinen Sticks auf dem Bühnenboden. Sowohl er als auch Levell Price hatten ihre Soli. Der Bassmann spielte auf den dicken Saiten seines Fender-Basses atemberaubend Rhythmusgitarre.





In allen Belangen war dieses Doppelkonzert, Gwyn Ashton und Eric Sardinas, jeder auf seine sehr persönliche Art, ein voller Erfolg.

Eine Bitte muss am Ende dieses Berichts aber noch geäußert werden: Die letzte Eric Sardinas-CD “Black Peals“ stammt aus dem Jahr 2003. Nach vier Jahren sollte da nachgelegt werden!
Nach diesem Konzert: Wie wäre es mit einem Live-Album, Eric?

Bilder: Josef Thielen


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