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bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


20.08.2007 17:00
The Siegel Schwall Band - …Where We Walked (1966-1970) antworten

The Siegel Schwall Band - …Where We Walked (1966-1970)

Blues



Vanguard Records, 1991

9/10

Hallo zusammen,

Der britische Blues-Boom schwappte über den Teich und natürlich wuchsen auch in Amerika die Blueser wie Pilze aus dem Boden. Zwei aus der Chicagoer Szene waren die Paul Butterfield Blues Band und die Siegel-Schwall Band, die 1966 gegründet wurde und sich 1974 wieder trennte.
Ihre ersten vier Alben (“The Siegel-Schwall Band“, “Say Siegel-Schwall“, “Shake!“, “Siegel-Schwall ’70“)wurden für Vanguard Records eingespielt.

Corky Siegel und Jim Schwall waren Studenten als sie sich 1964 trafen. Jim studierte Komposition und Gitarre, Corky klassisches Saxofon. Sie waren als Duo die Hausband im Chicagoer Club Pepper’s, wobei Siegel eine Basstrommel und ein riesiges Becken unter seinem Piano spielte. Man begleitete Blueser wie Otis Spann, Hound Dog Taylor, Muddy Waters, Buddy Guy oder Harper wie Little Walter, Big Walter Horton, James Cotton sowie Junior Wells. Siegel und Schwall waren zu dem Zeitpunkt gerade mal Anfang zwanzig.
Dann ging alles sehr schnell, denn Vanguard-Scout Sam Charters war begeistert und es kam zum Plattenvertrag. Mittlerweile hatte das Duo eine Rhythmusgruppe, man ging ins Universal Studio, spielte seinen aus dem Club gekannten Set und fertig war ihr erstes Album.

“…Where We Walked (1966-1970)“ ist eine starke Zusammenstellung von Songs ihrer ersten vier Alben, die einen sehr guten Abriss ihrer frühen Schaffensphase gib.
Achtung! Der Siegel-Schwall-Blues ist infektiös und hat einen der Virus einmal gepackt, lässt er nicht locker.

Ihr Blues hat eine unwiderstehliche Dynamik, der man sich schlecht entziehen kann. Es wird nicht laut drauflos gespielt, denn ihr 12-Takter hat Drive, ohne Zweifel, aber die Band kommt mit wenigen Mittel zum Ziel.
Neben typischen traditionellen Blues-Nummern finden sich immer wieder feine Songs mit Country-Appeal, für den besonders Jim Schwall ein Faible hatte.

Die Compilation ist an der Zeitschiene der vier Platten orientiert: Die Tracks 1-6 stammen vom Debüt, die Songs 7-10 sind Auszüge aus ihrem hochgelobten zweiten Album “Say Siegel-Schwall“, “Think“ und “Louise Louise Blues“ markieren “Shake!“. Mit 7 der 8 Songs vom Original ist “Siegel-Schwall ’70“ vertreten.

Bereits ihr Erstling verbreitet eine Faszination, die sich gewaschen hat. Man höre sich dazu nur ihre Interpretation des Jimmy Reed-Songs “Going To New York“ oder Howlin’ Wolfs “Down In The Bottom“, mit dem die CD eröffnet wird, an.

Der Band-Sound wurde dann differenzierter, weil Schwall auch die Mandoline einsetzte, wie z.B. in “Bring It With You When You Come“. Man schien sich so richtig freigeschwommen zu haben, denn “Say Siegel Schwall“ wurde zu einem echten Album-Highlight in ihrer Karriere. Der “Slow Blues In A“ ist ein toller Track und sollte als Anspieltipp empfohlen werden. Klasse Gesang und ein herrlich relaxtes Siegel-Piano prägen den von Schwall geschriebenen Song.
“I Liked It Where We Walked“ ist einer der so typischen Tracks der Band, die mit Jos Davidson am Bass und Russ Chadwick (drums) als Rhythmusabteilung wirklich gut besetzt war.
Beide Namensgeber haben tolle Stimmen und wenn es zu “That’s Why I Treat My Baby So Fine“ kommt, hört man, wie lasziv der Gesang ausfallen kann. Allgegenwärtig ist die Studioatmosphäre und man kann davon ausgehen, dass die Truppe zusammen live im Studio spielte.
Weniger ist, wie so oft, mehr. Simples Drumming, einige Bassläufe und Siegels sehnsüchtige Harp reichen in “Think“ aus, um zu überzeugen.

Mit “Siegel-Schwall ’70“ gab es eine Umbesetzung in der Band. Rollo Radford bedienten nun den Tieftöner und Shelly Plotkin das Schlagzeug. “I Don’t Want You To Be My Girl“ zählt schon zu den etwas heftigeren Songs, aus der Sicht der von den beiden Protagonisten geschriebenen Nummern und “Geronimo“, mit einigen feinen Breaks versehen, groovt klasse.
Was live auf der Bühne abging wird durch die letzten beiden Tracks des Samplers dokumentiert. Man spürt, dass alles, was im Studio eingespielt wurde, auch auf der Bühne möglich war. Siegel-Schwall-Blues pur. In “Angel Food Cake“ spielt Schwall eine überschwängliche elektrische Gitarre und gegenseitig, Siegel an der Harp, treiben sie sich zu einer echten Höchstleistung.
Ein weiterer Höhepunkt ist das 8-minütige “A Sunshine Day In My Mind“, in dem die Band den Boogie rauslässt.

Als erste Bluesband spielte man 1968 zusammen mit dem San Francisco Orchestra das Album “Three Pieces for Blues Band and Symphony Orchestra“ ein.
Die Geschichte der Siegel-Schwall Band endete zwar im Jahr 1974, aber nur temporär, denn 1987, nach einigen Solo-Projekten, wurde “The Siegel-Schwall Reunion Concert“ auf Alligator Records veröffentlicht.
<i>Jim Schwall</i> ist Universitätsprofessor für Musik und Corky Siegel widmet sich weiterhin der Fusion von klassischer Musik und Blues in seinem Projekt Chamber Blues. Die Siegel-Schwall Band, mit dem legendären Sam Lay an den Drums, ist immer noch aktiv auf Tour, ebenso wie Siegel mit der Chicago Blues Reunion.

“…Where We Walked (1966-1970)“ ist ein Appetithappen der besonderen Art, denn eine gelungenere Zusammenfassung ihrer frühen Werke findet man nicht.



Line-up:
Corky Siegel (piano, harmonica, vocals)
Jim Schwall (guitar, vocals)
Jos Davidson (bass, vocals)
Russ Chadwick (drums)
Rollo Radford (bass)
Shelly Plotkin (drums)


Tracklist:
01:Down In The Bottom (2:20)
02:I Have Had All I Can Take (3:09)
03:So Glad You’re Mine (3:41)
04:Going To New York (3:19)
05:Mama/Papa (1:38)
06:I’ve Got To Go Now (2:47)
07:Bring It With You When You Come (4:16)
08:Slow Blues In A (5:20)
09:I Liked It Where We Walked (2:56)
10:That’s Why I Treat My Baby So Fine (7:01)
11:Think (2:36)
12:Louise Louise Blues (2:43)
13:I Don’t Want You To Be My Girl (6:22)
14:Do You Remember (2:59)
15:Walk In My Mind (2:32)
16:Geronimo (3:05)
17:Tell Me (3:50)
18:Angel Food Cake (5:28)
19:A Sunshine Day In My Mind (8:08)

Spieldauer: 75:06


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