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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Proglady
Administrator

Beiträge: 4.602


21.06.2010 02:26
Gazpacho - Tick Tock antworten

Gazpacho - Tick Tock
New Artrock



HWT Records, 2009

GAZPACHO zogen mich schon mit ihrem ersten Werk "Bravo" (2003) in ihren Bann, obwohl es mich zwar nicht vom Hocker haute, jedoch meine Neugierde auf ihre weitere Entwicklung weckte. So war es auch selbstverständlich für mich, ihre nachfolgenden Werke "When Earth Lets Go" (2004), "Firebird" (2005) und "Night" (2007) zuzulegen.
Waren die ersten beiden Outputs nach meinem Empfinden stark an MARILLION mit Steve Hogarth angelehnt, haben sie sich auf "Firebird" und "Night" deutlich weiter entwickelt und zu einem eigenen Stil gefunden. Überhaupt ist es schwer, diese Truppe stilistisch einzuordnen, da sie in ihrer Musik mehrere Stile, wie Progressive Rock, Alternative und auch Elemente aus der Pop-Musik vereint. Dabei geht sie sehr melodisch vor, jedoch ohne ins Banale abzudriften, außerdem strahlt die Musik eine starke Melancholie aus und somit sind rockige Ausbrüche eher selten.
Auch live ist die Musik der sympathischen Formation ein Genuss. Davon konnte ich mich letztes Jahr beim Night Of The Prog Festival überzeugen. Dort hatte auch der namensgebende Song Tick Tock des neuen Albums Premiere und hatte mich dermaßen fasziniert, dass mir damals schon klar wurde, auch dieses Werk mein Eigen nennen zu wollen.

Nun dreht sich "Tick Tock" seit einigen Wochen in meinem Player (offizieller VÖ-Termin ist am 27.03.09) und bei diesem Output handelt es sich, wie auch schon beim Vorgänger, um ein Konzeptalbum und zwar dieses Mal um die Vertonung des Romans "Wind, Sand und Sterne" von Antoine de Saint-Exupéry. Die Story handelt von einem Rekordversuch eines Langstreckenflugs von Paris nach Saigon, der jedoch am 29. Dezember 1935 zu einer Notlandung in der ägyptischen Wüste führte. Der Autor wanderte bis zu seiner Rettung durch eine Karawane fünf Tage durch die Wüste, und war dem Verdursten nahe als man ihn fand.
Diese Geschichte haben GAZPACHO in vier Songs verpackt, die es in sich haben.

Desert Flight beginnt als locker rockige Nummer, die den miserablen Start des Flugs erzählt. Dieses wird durch folgende Textpassage verdeutlicht, in der die Frage aufgeworfen wird: "Ich weiß nicht, warum wir nicht explodieren mit all dem Benzin, das ausläuft." So verändert sich auch die Melodieführung gegen Ende in ein dramatisch, bedrohliches Soundgebilde, das durch das Anschwellen von Bass und Drums hervorragend dargestellt wird.
In The Walk begibt man sich auf der Suche nach Rettung auf die Wanderschaft durch die Wüste. Grandios finde ich die Idee, diese Wanderschaft mit dem orientalisch anmutenden Spiel der Geige zu unterstreichen - noch spürt man die Zuversicht auf Rettung. Eine Kollegin brachte mich - übrigens zu Recht - darauf, dass man den Gesang von Jan-Henrik Ohme am besten mit Toine van der Meijden (AEMEN) und - wenn es besonders weinerlich wird - mit Steve Hogharth (MARILLION) vergleichen kann. Möglicherweise wird Letzteres nun manchen abschrecken, allerdings zeigt sich meiner Meinung gerade in den weinerlichen Gesangspassagen absolutes Können, das Herr Ohme auch live formidabel rübergebracht hatte!
Im nächsten Track Tick Tock durchzieht ein Ticken wie bei einer Uhr - aber symbolisch gesehen auch als Herzschlag, oder die Monotonie der Wüste - die 22 Minuten. Aber keine Angst, denn langweilig wird es zu keiner Zeit, verbergen sich hier einige Schmankerl, die einem das Herz schneller schlagen lassen. Man stelle sich vor, man selbst würde sich in einer solch aussichtslosen Situation befinden, man würde Angst empfinden, wäre zutiefst verzweifelt und was tut man da? Nun, höchstwahrscheinlich ein Stoßgebet zum Himmel schicken. GAZPACHO haben dies sehr schön mit einer Passage von pastoralen Chorgesängen eingefangen. Aber auch die Instrumentalisten setzen tolle Akzente. Ob Tasten, Drums, oder die weinende Geige - mit jedem Ton wird die Angst vor dem herannahenden Todes größer.
Mit Winter Is Never wird die Rettung veranschaulicht, leider kann jedoch dieser Track das hohe Niveau der anderen Lieder nicht halten. Allerdings ist er schon radiotauglich und soll als erste Single-Auskoppelung auf den Markt kommen.

GAZPACHO ist es mit jeder Veröffentlichung gelungen sich zu steigern, und mit "Tick Tock" haben sie ein Album geliefert, das ich, obwohl das Jahr 2009 noch jung ist, zu meinem Album des Jahres 2009 erkläre. Eine gute Gelegenheit, sich persönlich ein Bild von GAZPACHO zu machen, ist die anstehende Tour, zu der ich Fans der neuen MARILLION, AEMEN, RADIOHEAD, MUSE und auch PORCUPINE TREE meine Empfehlung ausspreche!

Tracklist:
01. Desert Flight
02. The Walk
03. Tick Tock
04. Winter Is Never

Line-Up:
Jan-Henrik Ohme: Vocals
Jon-Arne Vilbo: Guitars
Thomas Andersen: Keyboards
Mikael Kromer: Violin, Mandolin, Guitar
Robert R. Johansen: Drums, Percussion
Kristian Torp: Bass

http://www.gazpachoworld.com
http://www.myspace.com/gazpachomusic
http://www.hwt-records.de
http://www.wiventertainment.de




Viele Grüße, Proglady

http://www.myspace.com/proglady
jerrycornelius
Globaler Moderator

Beiträge: 875


21.06.2010 11:46
RE: Gazpacho - Tick Tock antworten

schöne Rezi (auch wenn das Jahr 2009 nicht mehr jung ist...)!

Ich habe die Entwicklung von Gazpacho auch seit ihrem Debut mitverfolgt, allerdings weil mich das Debut schon stark begeistert hat. War für mich eine der großen Entdeckungen des Jahres 2003 (Dank an Eclipsed!). Die Entwicklung der letzten beiden Alben mag ich auch, aber eigentlich gefallen mir Alben wie Bravo oder auch Firebird immer noch ein bisschen besser. Auch wenn Night oder Tick Tock schon proggiger sind. Woran liegt es? Rhythmik und Melodie sind wohl die Stichworte. Dafür atmen die letzten Alben mehr Atmosphäre.

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