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Dieses Thema hat 2 Antworten
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ChBoxDogs
Keep on rockin`

Beiträge: 97


25.04.2015 19:59
Änglagard - Epilog (1994) antworten

Änglagard - Epilog

RetroProg




1994
Exergy


Bewertung: 7/10


"Epilog" ist das Nachfolgealbum des genialen Debütalbums der jungen Schweden, die 1994 erschienen ist. Während auf dem Debut noch vocale Einsprengsel von Tord Lindman zu hören waren, ist "Epilog" komplett instrumental gehalten. Fast schon prophetisch trägt die Platte diesen Namen, wo doch Tord Lindman noch während der Studioaufnahmen die Band verließ und sich erste Risse bildeten, die in die Auflösung der Band kurz nach der Veröffentlichung der CD gipfelte. Die Platte besitzt eine Spieldauer von 43:44 Minuten.



1. "Prolog" (2:00)

Das erste Stück der Platte wird von Flöte, Akustikgitarre und Streichern getragen. Anfänglich leise melancholisch, wird es zum ende hin laut und melodramatisch. Schöne, düstere Einleitung in das Album.

2. "Höstsejd" (15:32)

Der eigentliche Opener des Albums, beginnt ähnlich wie "Jordrök" bedrohlich, allerdings wird das Stück nicht mit einem Piano eingeleitet, sondern mit der Hammond Orgel. Der Anfang ist mitreißend, aber auch recht düster. Der Longtrack hat z.T. starke Brüche im Gefüge, die Stimmungen wechseln sehr abrupt. Wo noch Strukturen auf "Hybris" zu finden waren, sind diese hier z.T. nicht vorhanden. Nichstdestrotrotz gibt es wunderbare Momente, leise wie laute, aber ausgeklügelte Übergänge wären auch schön gewesen. Was auffällt ist das der Jazz Einzug in die Musik Anglagards einhält.

3. "Rösten" (0:14)

"Donner""Regen"

4. "Skogsranden" (10:48)

Das Stück beginnt mit einem wehmütgen Klavier, das eine einsame Flötenmelodie begleitet, die daraufhin von einer Akustikgitarre kurz abgelöst wird, bis beide gemeinsam spielen. In den ersten Minuten stellen sich Bilder von vernebelten Schlossparks oder Friedhöfen im November ein. Doch dann wird die Musik bedrohlicher und komplexer, die Akustik weicht zugunsten der Elektronik, die Musik entwickelt sich ins Kakophonische. Leider wird hier mit der Härte etwas übertrieben, sie dient nicht wirklich der Stimmung, ist also zu sehr verkopft. Wo noch auf "Hybris" Kopf und Herz zu gleichen Teilen befriedigt wurden, ist auf dem Album die Musik etwas zu akademisch geworden. Nach dem Ausbruch wird es wieder ruhiger, der Nebel der anfänglichen Bilder verschwinden, man kann ein paar Sonnenstrahlen wahrnehmen. Desto heftiger endet das Stück. Ohne Übergang, ohne musikalische Entwicklung. Man hat das Gefühl, das man hier zwei verschiedene Stücke abwechselnd hört. Es wirkt alles andere als geschlossen.

5. "Sista Somrar" (13:10)

Das Stück beginnt wie so viele andere Stücke auf dem Album verhalten, die Melodien schwelgen in Orgel, Streichern, Flöten und Akustikgitarren, und siehe da, das was "Hybris" noch ausgemacht hat, ist hier zu finden. Es gibt hier eine Musikalische Entwicklung, auch hier gibt es laut/leise, aber das Stück wirkt geschlossener als alles bis dahin gehörte. Die Härte des Mittelteils entwickelt sich zu einer wunderschönen Melodie. Wie ein Puzzle, das von den Musikern zusammengesetzt wird. Fast schon Hymnischen Charakter hat das Stück, die Wechsel sind extrem gut ausgeklügelt dank der guten Übergänge. Nach dem "Hymnischen" Teil wird es wieder ruhiger. Was danach kommt, ist einfach nur wunderbar. Die Melodie, die von E-Gitarre und Flöte getragen wird, entwickelt sich in ein fulminantes Finale. Danach fragt man sich, warum dieses Stück nur 13 Minuten gedauert hat. Warum sind nicht "Höstsejd" oder "Skogsranden" ähnlich ausgetüftelt worden?

6. "Saknadens Fullhet" (2:00)

Ein wünderschönes Outro, nur auf dem Piano vorgetragen. Dunkel, melancholisch, wehmütig...



Fazit


Der Nachfolger von "Hybris" ist deutlich schwächer ausgefallen. Man meint, das man in der Musik der Band die Risse im Bandgefüge wahrnimmt. Zu sehr wirken "Höstsejd" und "Skogsranden" aneinandergeklatscht, die trotz genialer Momente nicht ansatzweise die emotionale Tiefgründigkeit des Debuts erreichen. "Sista Somrar" und die kürzeren Stücke aber zeigen deutlich, das Anglagard es trotzdem noch draufhaben. Wo noch auf dem Debut die Stimmungen stark varrieren, findet man hier nur zwei Stimmungen: Melancholie und Aggresivität. Ausnahme ist natürlich "Sista Somrar" mit seinem Hymnischen Charakter.


Lineup

Anna Holmgren: Flute
Tord Lindman: Guitar
Jonas Engdegard: Guitar
Thomas Johnson: Keys, Mellotron, Hammond
Johan Högberg: Bass
Mattias Olsson: Drums


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22.Nov.14 - The Pineapple Thief - Magnolia Tour
09.Apr.15 - Steven Wilson - Hand Cannot Erase Tour
27.Okt.15 - Gazpacho - Molok Tour
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11.Sep.16 - King Crimson - Tour 2016
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Schorschtheprog
The boss

Beiträge: 1.097


26.04.2015 13:42
RE: Änglagard - Epilog (1994) antworten

Hoho,

wer wagt es, diesem Klassiker weniger als 10 Punkte zu geben? Geht doch nicht, oder? Aber Chris' Review ist nicht nur sehr ausfuehrlich, er begruendet seine Bewertung auch nachvollziehbar. Und erinnert uns daran, dass wir Musik, die uns lang begleitet hat, immer ein bisschen verklaeren...es haengen ja oft auch viele Erinnerungen an Momente daran, in denen diese Musik halt dabei war.

Schoener Review

P.S.: Ich liebe dieses Album und geb ihm 100 Punkte


Prog is love

Schorsch
ChBoxDogs
Keep on rockin`

Beiträge: 97


26.04.2015 19:06
RE: Änglagard - Epilog (1994) antworten

In der Tat, Geschmäcker sind zum Glück verschieden Aber das ist halt manchmal so: selbst das doofste Lied wird uns gefallen, wenn wir es mit einer angenehmen Erinnerung in Verbindung bringen können.

Epilog allerdings ist ja an für sich kein schlechtes Album, aber es fällt für mich deutlich ab im Vergleich zu dem, was vorher war, und dem, was 18 Jahre später kommen sollte.


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