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bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


01.04.2006 15:58
Bluesin´ Withe The Krauts, 17.3.2006, FZW, Dortmund antworten

Bluesin´ With The Krauts, 17.3.2006, Dortmund, FZW


Das ’FZW’ in Dortmund lud die Bluesgemeinde zu einem Konzertabend mit vier ausschließlich deutschen Bands ein.
Die Gigs der Bands hatten eine Länge von jeweils zirka einer Stunde.

The Delta Boys eröffneten die Reigen. The Delta Boys? Ok, wenn der Name Programm ist, hätte wir down-home Blues zu erwarten. Zwei Männer begaben sich auf die Bühne, einer mit einem Gürtel voller Harps, der andere griff nach einer Dobro und nahm auf einem Barhocker Platz. Halt, Stopp! Bitte etwas Bühnenlicht von vorne. Verdammt, verdammt, da sitzt doch… ja richtig, unter der Schirmmütze erkenne ich sein Gesicht: Larry O. Moan.
Zusammen mit dem Wahnsinns-Harper Gerd Gorke bilden die Beiden ein Bluesduo, das gestern einen Auftritt hingelegt hat, der seines Gleichen sucht.
Und es war wirklich ein down-home Konzert für Blues-Connoisseurs. Eine gelungene Mischung aus Eigenkompositionen und Songs von Ed House, Bukka White, John Lee Hooker u.a. setzte das ’FZW’-Publikum in Verzücken.
Country-Blues, ein wenig Ragtime und Western-Swing.
Den Gesang teilten sich beide, Gorke hämmerte mit seinen Schuhen die Rhythmen in den Bühnenboden, O. Moan bediente verschiedene akustische Gitarren und beide verteilten ihr Blues-Feeling mit der Gießkanne im Saal. Jeder Song wurde angesagt und inhaltlich erklärt, sodass jeder wusst, worum es ging. “Diddie Wa Diddie“…
Ein Auftakt nach Maß und meinem Geschmack.

Alles war logistisch gut geplant, sodass man in den diversen Umbaupausen gerade mal Zeit hatte, sich um ein Getränk zu kümmern.

Von der „kleinen“ Bandbesetzung standen mit den Silvertones fünf Musiker auf der der Bühne.
Alle Instrumente mit Saiten waren halbakustische Gitarren. Michael Wagener, auch mit Schirmmütze, hatte die Show im Kasten. Ein agiler (gut, dass das ’FZW’ über eine große Bühne verfügt), für tolle Stimmung sorgender Sänger und Harper, der es fertig gebracht hat, alle Gruppen des “Bluesin´ With The Krauts“-Abends in einem Song namentlich zu erwähnen.
Das ’FZW’-Team hat mit den vier Bands ein sehr breites Spektrum des Blues abgedeckt. Die Silvertones boten Blues der traditionellen Art und einige Songs hatten den Touch der 50er-Jahre.
Tillmannn Michalke und Helmut Wirtz boten ein gekonntes Wechselspiel an den Gitarren. Peter Behne (Drums) und Andreas Meier sorgten für eine mehr als solide Rhythmus-Arbeit.
Wieder ein stimmiger Gig, der vom Publikum mit kräftigem Applaus belohnt wurde.

In der anstehenden Umbaupause war ich flott etwas Essen. Der Hunger treibt´s rein.

Das Groove & Snoop Quartett war nun angesagt. Weit und breit keine akustische oder elelktrische Gitarre zu sehen. Dafür stand ganz vorne in der Mitte der Bühne ein Keyboard, an dem Groove McPearth Platz nahm. Schwarzes T-shirt mit der Aufschrift: Schöne Männer machen Musik. Auch gut.
Der Harper Bigfoot Snoop hatte einen ganzen Koffer voller Harps immer griffbereit neben sich auf einem Barhocker gelagert.
Beobachtung am Rande: Keiner in der Band hatte eine Schirmmütze auf dem Kopf.
Und die vier hatte/haben den Groove. Die Speisekarte des Quartetts war wie ein Streifzug durch den Blues und man scheute sich auch nicht dem Publikum einen Disco-Hit um die Ohren zu hauen. “Don´t Let Me Be Misunderstood“, in einer sehr persönlichen, dann doch nicht so an Disco erinnernde Fassung, die gefallen konnte.
Mit geschickten, manchmal jazzig angehauchten Keyboards konnte Groove McPearth glänzen.
Höchst abwechslungsreich sorgten die Vier für mächtig gute Stimmung. Bigfoot Snoop ist ein gestandener Meister seiner Harp-Kollektion und wurde bei jedem Solo von den Zuhörern mit Beifall bedacht.
Ein Boogie durfte auch nicht fehlen, genauso wie bodenständiger Blues oder Anleihen beim Funk und Soul.
Bewundernswert auch welche Sounds der Mann am Tieftöner durch die Tonabnehmer seines Instruments zaubert.
Ihren Stil bezeichnen sie selber mit “Blue Orleans Groove“. Groove McPaerth freute sich den ganzen Abend schon auf einen Dr. John Song, in dem er seine Freiräume nutzte und (fast) keine Taste des Keyboards ausließ.
Eintrag ins (imaginäre) Blues-Tagebuch: Der Blues geht natürlich auch ohne Gitarre.

Wie schon gesagt, vertraten die Bands alle möglichen Facetten des Blues. Was noch fehlte war der Bluesrock, das Power-Trio.
Man war im Zeitplan und um 23.00 Uhr enterte die Henrik Freischlader Band die Bühne.
Normalerweise sitzt Dirk Sengotta an den Fellen. Master of the drum-sticks im ’FZW’ war Mickey Neher.
Mit dem gleichnamigen Titelstück ihrer ersten CD “The Blues“ hob, der Freischlader-Express direkt ab und sorgte für Begeisterung im Publikum.
Unglaublich welche Stimme dieser junge Blueser hat. Da läuft einem schon mal der eine oder andere Schauer über den Rücken.
Mickey Neher trommelt auf Teufel komm raus und Olli Schmellenkamp steht ihm in nichts nach.
Es geht Song für Song in die Vollen. Trotz der langen Wartezeit bis zum Gig ist die Band in bester Spiellaune und auf Henriks Frage: „Seid ihr alle noch wacht?“ gab es von den Zuschauern die entsprechende Antwort.
„Tired Of Beggin´“: Freischlader Riffs satt und es wird offenkundig, wie locker die Soli aus seinen Fingern fließen. Das hat was, das ist Klasse. Schleppender Blues-Rock. Ein plötzliches Break, der Song bekommt langsam, ganz langsam wieder Fahrt und endet furios.
Dann ist es soweit. Der erste Slow-Blues: „When I First Saw You“. Welch ein Feeling. Ist der Song auf der CD schon eine Klasse für sich, muss man dieses Ding mal live gehört haben. Gänsehaut. Wiedermal überzeugt Henrik durch seine Stimme. In den ganz leisen Passagen erweißt sich das FZW-Publikum als kompetent, den es honoriert den Beitrag mit entsprechender konzentrierten Ruhe, ohne am Ende nicht mit Beifall zu sparen.
„Oh Pretty Woman“ wird mit einem unglaublichen Verve und einer Freischlader-Handschrift dargeboten. Schon wieder Pluspunkte gesammelt.
Wenn die Henrik Freischlader Band dann zu „She Ain´t Got The Blues“ kommt ist allen schon lange klar geworden, dass Freischlader & Co. den Blues haben.
Der Zugabe wurde mit „Lonley World“, dem Rausschmeißer auf der CD eröffnet. Oh ha, wenn wird gedanklich in den Weltraum gebeamt und ich vergesse alles um mich herum. Es ist Nacht und irgendwo leuchtet ein Stern am Himmel. Die letzten Töne sind verhallt und ich werde ins Hier und Jetzt zurück befördert.
Mit Hendrix „Fire“ setzt Freischlader einen gekonnten Schlusspunkt unter etwas mehr als eine Stunde Blues, Blues-Rock und mehr mehr als überzeugend serviert und vom aller Feinsten.
Obwohl in das enge Korsett von einer Stunde gezwängt, boten Henrik Freischlader, Olli Schmellenkamp und Mickey Neher eine brillante „Kostprobe“ ihres Könnens. Was muss da erst bei einem „normalen“ Gig von 2 ½ Stunden abgehen.
Es gibt definitiv ein Wiedersehen und dann bitte das volle Programm.


The Delta Boys

The Silvertones

Groove & Snoop Quartett

Henrik Freischlader Band


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