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The Wolf Gang
Great Champ

Beiträge: 661


08.04.2006 12:16
SKID ROW - same antworten

Es war 1970, als ich das erste Mal Bekanntschaft machte mit Skid Row.
Ein Freund hatte mir ein Stück von einem CBS-Sampler vorgespielt, und zwar „An awful lot of woman“. Ich war völlig irritiert, denn so etwas „Irres“ hatte ich bis dato nicht gehört. Das Stück hetzt förmlich los mit stotterndem, fast „rappenden“ Gesang, unterstützt durch im Gleichklang dahinjagende Gitarre, Bass und Schlagzeug, um dann plötzlich überzugehen in einen rockenden Blues mit einem verrückten Gitarrensolo Moore’s, und endet dann genauso hektisch wie es begann, und das alles in knapp 2 Minuten.
Skid Row - das waren damals Gary Moore, guitar, vocals --- Brendan „Brush“ Shields, bass, vocals , beide 17 Jahre alt--- Noel Bridgeman, drums, vocals, etwas älter (laut Coverangabe). Ursprünglich gegründet wurde die Band von Phil Lynott, der noch vor Erscheinen dieser LP Thin Lizzy ins Leben rief.

Das erste Stück „Mad dog woman“ ist so verrückt, wie der Titel es ahnen läßt. Ständige Rhythmuswechsel sorgen auch hier für enorme Hektik, der Drummer schlägt keinen ständigen Takt - alles hetzt und wechselt, Moore’s Gitarre jault, Bongotrommeln(hier vielleicht kurzzeitig Ähnlichkeiten zur damaligen verrückten Truppe von Sam Gopal???) brechen das Stück auf, bevor alles weiterhetzt bis zum verwirrenden Schluß. „Virgo’s daughter“ ist da nicht besser. Indianisch anmutende Sounds beginnen und beenden das Stück, das zwischendurch dann wieder in den Wahnsinn abhebt, von Stakkatorhythmen kurz unterbrochen und durch ein psychedelisches Moore-Solo verfeinert. „Heading home again“, da glaubt man Jerry Garcia zu hören, mit Country-Elementen, unterlegt mit klackerndem Schlagzeug, auf dem Rand der Snare gespielt. Dann das eingangs beschriebene „An awful lot of woman“. Und dann der BLUES - und wie!
„Unco-Up Showband Blues“ kommt ungeheuer schleppend/dehnbar/rollend, auch hier immer wieder mit kleinen Breaks, für kleine zusätzliche Soloeinlagen der Musiker. Auch hier zeigt Moore eine äußerst ungewöhnliche Spielweise, manchmal an Eelco Gelling von Cuby + Blizzards erinnernd. Er bricht ständig aus dem Schema aus, spielt auch unsauber, und „rotzt“ so richtig los.(jugendlicher Übermut?) „For those who do“ - der Start hat etwas, das an das Mahavishnu Orchestra McLaughlin’s erinnert - die Band hat hier einfach alles probiert, auch solche ROCK-Jazz- Elemente, eben mit der Betonung auf Rock - die Band strotzt vor Energie.(absolut irre der lange Schluß des Stückes!!!!!) „After I’m gone“ - auch hier wieder ein treibendes, hetzendes Stück wie „An awful lot of woman“ mit ständigen Wechseln, gepackt in knapp 3 Minuten. (wäre also etwas für den European Song Contest als Beitrag Irlands!) „The man who never was“ - das gleiche in 2 Minuten , 30 Sekunden! ( ein tranceartiges Thema, schreiende Gitarren) Dann 11 Minuten und11 Sekunden „Felicity“, das letzte Stück! Das swingt gleich sehr jazzmäßig los. Spätestens hier merkt man dann auch, daß man es mit sehr guten Musikern zu tun hat.

Fazit der Platte ist letztlich, das sich die Band in einer Entwicklungsphase befand, die noch kein klares Ziel vorgab. Eine spezifische Richtung ist hier nicht zu erkennen. Jedes einzelne Stück hat dadurch seine eigene Charakteristik und die CD ist sehr kurzweilig und man kann viel entdecken. Im letzten Stück versucht Skid Row dann auch kräftig zu experimentieren; da kommen Anklänge an Hendrix’ „Electric Ladyland“ durch, Zitate aus den anderen Stücken werden wieder aufgegriffen, Improvisation ist angesagt, ein tolles Stück, Moore spielt sich die Seele aus dem Leib, so locker war er später nicht mehr.
Es gab damals einfach nichts vergleichbares. Die Band war zu ungewöhnlich, als daß sie hätte Fuß fassen können
Die danach folgende Veröffentlichung „34 hours“ verschafft da schon einen leichteren Einstieg in die Musik Skid Row’s, brachte zwar noch einen Auftritt im Beat-Club, aber der Erfolg blieb letztlich aus.
Gut, was aus Moore wurde, wissen wir. Vom Bassisten weiß ich nur, daß er noch einige Soloscheiben veröffentlichte, die recht ruhig waren, pop-folk-leicht blues-orientiert. Bridgeman ist noch heute aktiv, er ist irgendwann in die Irish Folk-Szene eingestiegen ,wo er als Sessionmusiker drums, bodhran und Akkordeon spielt.
Wolfgang


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