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Dieses Thema hat 2 Antworten
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bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


29.06.2006 09:39
Howlin´ Wolf-Howlin´ The Blues antworten
Howlin´ Wolf - Howlin´ The Blues

Blues



9/10

2006, Music Avenue/Soulfood Music

Tracklist:

CD-1

1. Moanin´ At Midnight
2. How Many More Years
3. Cryin´ At Daybreak
4. Passing By Blues
5. I Want Your Picture
6. The Wolf Is At Your Door (Howlin´ For My Baby)
7. Getting Old And Gray
8. My Baby Walked Off
9. Drinking My C.V. Wine
10. My Traubles And Me
11. Highway Man
12. Brown Skin Woman
13. The Sun Is Rising
14. Color And Kind
15. Well That´s All Right
16. Decoration Day
17. Come Back Home
18. I´ve Got A Woman
19. Just My Kind
20. I´m The Wolf
21. No Place To Go
22. Baby How Long
23. Evil (Is Going On)
24. Forty Four
25. Smokestack Lightnin´

CD-2

1. Shake For Me
2. Love Me Darlin´
3. (I Believe) I´ll Dust My Broom
4. I Didn´t Mean To Hurt Your Feelings
5. Rockin´ The Blues
6. All My Life
7. Going Down Slow
8. Howlin´ for My Baby
9. Forty Four
10. Highway 49
11. Little Red Rooster
12. Wang Dang Doodle
13. Built For Comfort
14. Killing Floor
15. Poor Boy
16. Smile At Me

Spieldauer: CD-1 72:38
CD-2 73:50

Hallo zusammen,

Man kann es drehen und wenden wie man will. Ob man sich für die (alten) Rolling Stones begeistern kann, einem ein Peter Green zu Fleetwood Mac Zeiten imponiert hat, Steve Winwood mit seiner Formation Traffic beeindruckte.
Die Stones mit Ausnahme von Mick Jagger haben mit ihm gespielt, dokumentiert durch „The London Howlin’ Wolf Sessions“ (1971). Beteiligt waren dort auch Steve Winwood und Eric Clapton.
Fleetwood Mac hatten ihren Blues Jam bei Chess („In Chicago“), zusammen mit Otis Spann (Piano) und Willie Dixon (Bass). Beide waren in Howlin’ Wolfs Band.
Nebenbei stammen verdammt viele Blues-Standards von Willie Dixon. Dazu aber später…

Luther Allison spielte ihn, The Animals oder Eric Burdon haben ihn im Programm, Roger Chapman & The Shortlist, The Doors, Grateful Dead, John Hammond, PJ Harvey, Jimi Hendrix, The Jesus And Mary Chain, Lynyrd Skynyrd, Dr. John, The Pointer Sisters, Derek Trucks, Todd Wolfe oder Savoy Brown haben ihn zitiert.

Einerlei aus welcher Richtung, die Wegweiser führen zu Chester Arthur Burnett (aka Howlin’ Wolf).
Die Geschichte eines Howlin’ Wolf würde an dieser Stelle zu weit führen. Nur so viel: Charlie Patton, neben Robert Johnson, einer der Urväter des Blues, hatte er als Vorbild und Burnett war ein wahres Tier auf der Bühne und hatte auch eine entsprechende Statur.
Am Anfang stand als Instrument die Gitarre. Diese wurde aber im Laufe der Zeit immer mehr durch die Harmonika ’ersetzt’. Einen besseren Lehrer für seinen Harp-Stil konnte Howlin’ Wolf nicht finden. Er kam quasi durch die Hintertür in die Familie. Sonny Boy Williamson heiratete Burnetts Halbschwester, schon hat man den Hauslehrer in der Familie und er brachte ihm die Grundlagen des Harp-Spiels bei.

Der Wolf Doppeldecker Howlin’ The Blues beinhaltet eine CD mit Studioaufnahmen aus den Jahren 1951 bis 1954, aufgenommen in Memphis (Tracks 1-19) und ebenfalls aus dem Jahr 1954, aufgenommen in Chicago (Tracks 20-25).
Zitat Howlin’ Wolf:
“I couln´t do no yodelin’,…
so I turned to growlin’, then
howlin’ and it’s done me fine.“

Alleine schon wegen seiner Stimme ist eine Compilation wie diese interessant. Während seiner Zeit in Memphis hatte Howlin’ Wolf mit Willie Johnson (Gitarre) ein absolutes Ass im Ärmel.
Der erste Track wurde im Trio eingespielt. Neben Johnson saß Willie Steele am Schlagzeug.
Auf einigen Tracks ergänzt der damals 20jährige Ike Turner am Piano den Bandsound.
Heute würde man von Gastmusikern sprechen: Auf „Decoration Day“ bläst James Cotton die Harp und Wolf greift ausnahmsweise mal in „Color And Kind“ in die Saiten.

Von Memphis zog Howlin’ Wolf dann nach Chicago. Er trennte sich von Willie Johnson und zwei Gitarristen, die heute noch den Blues spielen, kamen auf den Plan: Hubert Sumlin und Jody Williams.
Sumlin hat gerade in diesem Jahr zwei Blues Music Awards 2006 abgesahnt. Einmal als Gitarrist und zum Zweiten den Preis in der Kategorie Best Traditional Album für „About Them Shoes“. Diese CD wäre auch eine erfreuliche Rezension wert, nicht nur wegen der Gäste: Eric Clapton, Keith Richards (hier besser denn je), Levon Helm und Bob Margolin, Gitarrist aus der Muddy Waters Band.
Jody Williams ist, nachdem er seine Gitarre unter seinem Bett verschwinden ließ, völlig von der Blues-Bildfläche verschwunden. Das Intro seines Instrumentalsongs „Lucky Lou“ hat verdammt viel Ähnlichkeit mit dem Otis Rush Blues-Welthit „All Your Love“. Das Problem für Rush bestand nur darin, dass „Lucky Lou“ zuerst da war. Williams arbeitete Jahrzehnte in einen Elektronik-Firma als Techniker und wurde von Dick Shurman wieder zum Spielen bewegt. Mit „Return Of A Legend“ (2002) und dem Nachfolger „You Left Me In The Dark“ (2004) hat Jody Williams zwei hervorragende CDs abgeliefert.

Zurück zu Howlin’ The Blues. Dass es auf der Studio-CD jede Menge vielleicht durch andere Musiker interpretierte Songs hier im Original gibt ist mal klar. Darauf brauche ich nun wirklich nicht eingehen.
Mit dem Umzug nach Chicago kommen mit Willie Dixon ein anderer Bassist und mit Otis Spann ein anderer Pianist in die Band.
Willie Dixon wiederum trägt die Schuld an solchen Songs wie „Little Red Rooster“, „Wang Dang Doodle“, „Back Door Man“ oder „I Ain´t Superstitious“.

Ha, und Howlin’ Wolf covert sein selber: Aus „Cryin’ At Daybreak“ (1951) wird später der Welthit „Smokestack Lightnin’“, natürlich auch auf dieser CD enthalten.

Kurz noch etwas zum Klang der Studio-CD: Zeitgeist, Leute. Nichts mit Remastern oder solchen Sachen. Hier kommt alles so, wie es damals eingespielt wurde. Einige der Songs sind auf dem Chess-Release „The Genuine Article“ enthalten und klingen absolut identisch.

Halbzeitstand: Der Kauf der ersten CD, wäre es ein Single-Decker, lohnt sich schon mal.

„Howlin’ The Blues“ ist aber ein Doppeldecker!
CD zwei mit Howlin’ In Bremen untertitelt präsentiert den Wolf Live 1964, zur Zeit der American Folk Blues Festivals.

Auch diese CD randvoll mit Musik. Sumlin und Dixon sind immer noch dabei. Am Piano Sunnyland Slim und am Schlagzeug Clifton James.
Und diese CD muss man haben, zeigt sie doch Howlin’ Wolf in seiner unnachahmlichen Art, auch wenn es keine Bilder gibt. Der rockt das Haus nieder bis auf das Fundament.
Es bluest, es grooved, es rockt, man hört die Klassiker live.
Selbst wer die CD „Rockin’ The Blues Live In Germany“ (gleiches Konzert mit 9 Songs) schon hat, muss enttäuschen und empfehlen, sich Howlin’ The Blues ins Regal zu stellen, denn hier haben wir nicht nur die ersten neun Tracks in absoluter Übereinstimmung, sondern noch 7 weitere Songs dieses Konzerts.
Und da sind dann „Little Red Rooster“, „Wang Dang Doodle“, „Killing Floor“ oder der Traditional Poor Boy dabei.

Es gibt soviel Schrott, der in diesem Bereich auf den Markt geworfen wird. Der ist oft den Cent nicht wert.
Wer sich ernsthaft um die Originale der Songs, die von oben genannten Musikern aufgegriffen wurden, kümmern möchte und glaubt mir, irgendwann ist man an dem Punkt, der kann ohne Umwege zu „Howlin’ The Blues“ greifen.
Ein Sampler, der sich lohnt…




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Joachim
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The Wolf Gang
Great Champ

Beiträge: 661


29.06.2006 10:01
RE: Howlin´ Wolf-Howlin´ The Blues antworten

Schön, daß Du den WOLF vorgestellt hast!

In der Tat, es gibt unzählige schlechte Sampler. Diesen, Deiner Meinung nach auch guten, kenne ich noch nicht.

Die ultimative Zusammenstellung bleibt für mich allerdings noch immer "The Chess Box" mit 3 CDs.


The Howlin' Wolf Gang


bluesmaniac
Great Champ

Beiträge: 952


29.06.2006 10:34
RE: Howlin´ Wolf-Howlin´ The Blues antworten

Wohl wahr, das mit der Chess-Box. Die stand nicht zur Rezension an. "Howlin´ The Blues" ist eine verdammt gute Compilation. Auch wegen der CD zwei, dem Live-Konzert, länger als auf einer vorher schon veröffentlichten CD...


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