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Dieses Thema hat 33 Antworten
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thomk
Let`s rock

Beiträge: 25

10.11.2006 15:47
RE: Mittelmäsige Kritiken zu Neo Prog Bands.... antworten
Hallo,

ich dachte auch schon mal, die Leute, die NeoProg oder RetroProg so ablehnen und sagen, dass ist Musik für Weicheier und lieber Musik hören, die an Körperverletzung grenzt, sind einfach Masochisten. Oder solche, die es cool finden "Schaut her, wir hören Mucke, die kann niemandem gefallen, wir findens trotzdem cool, deswegen sind wir cool" zu sagen

--> Nun, meine Meinung ist folgende: Die ganzen Prog-Fans, die Neo-Prog nicht abkönnen sind erst
--> seit recht kurzer Zeit dabei! Ein paar Jahre. Bis hierhin schonmal eine schöbe Theorie.

Aber im Ernst: Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall... Es ist ganz natürlich, dass Menschen sich weiterentwickeln wollen. Und jetzt würde ich die Bewegung von NeoProg hin zu experimentellerer Musik durchaus als Weiterentwicklung definieren wollen. Wenn nun Menschen sehr viel Musik, viel Prog hören, dann wollen sie immer mehr, immer extremere, immer schrägere Sachen und so entwickelt sich das dann. Mit der Zeit schaut man dann natürlich etwas abfällig auf den NeoProg... "das habe ich früher auch mal gehört". Oder man kann das allzu melodienselige, manchmal etwas eindimensionale einfach nicht mehr hören.

Als "Beweis" für meine These möchte ich mal die oftmals gescholtenen BBS (auf denen ich gelegentlich auch tätig bin) anführen: Da sind die Rezensenten, die sicherlich mehr Musik hören als der Durchschnitt und sich damit dann auch noch analytisch auseinandersetzen. Und es gibt eine unbestrittenen Tendenz "kompliziertere" Musik interessanter zu finden und besser zu bewerten.

Ich finde es ja vor allem wichtig, offen zu bleiben. Nur dann kann einen Neues immer mal wieder überraschen und man kann neue, erfüllende Erfahrungen machen.

Ciao, ThomK
Jogi
Administrator

Beiträge: 5.582


10.11.2006 20:11
RE: Mittelmäsige Kritiken zu Neo Prog Bands.... antworten
Zitat von thomk

Aber im Ernst: Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall... Es ist ganz natürlich, dass Menschen sich weiterentwickeln wollen. Und jetzt würde ich die Bewegung von NeoProg hin zu experimentellerer Musik durchaus als Weiterentwicklung definieren wollen. Wenn nun Menschen sehr viel Musik, viel Prog hören, dann wollen sie immer mehr, immer extremere, immer schrägere Sachen und so entwickelt sich das dann. Mit der Zeit schaut man dann natürlich etwas abfällig auf den NeoProg... "das habe ich früher auch mal gehört". Oder man kann das allzu melodienselige, manchmal etwas eindimensionale einfach nicht mehr hören.
Als "Beweis" für meine These möchte ich mal die oftmals gescholtenen BBS (auf denen ich gelegentlich auch tätig bin) anführen: Da sind die Rezensenten, die sicherlich mehr Musik hören als der Durchschnitt und sich damit dann auch noch analytisch auseinandersetzen. Und es gibt eine unbestrittenen Tendenz "kompliziertere" Musik interessanter zu finden und besser zu bewerten.




Hi,

genau das ist eine Sichtweise, die ich persönlich so nicht ganz teilen kann. Darüber hinaus, glaube ich, dass genau dies der Grund ist, warum die BBS manchmal kritisiert werden.

Als aller erstes glaube ich, dass innerhalb der progressiven Musik inzwischen durchaus verschiedene Stilrichtungen vorhanden sind. Etwas, was wir zu verantworten haben, denn wir sind es ja, die die Schubladen aufgemacht haben. Also gibt es Bands, die ganz bewusst Neo-Prog spielen, andere möchten gerne Retro-Prog spielen. Andere wiederum haben sich dem klassischen Prog verschrieben. Die Aufzählung ist jetzt nicht abschließend.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich manche gute Musiker dadurch auszeichnen, dass sie sich dezent zurück halten und ganz bewusst und speziell und vor allen Dingen effektiv ihr Instrument einsetzen. Um auf den Punkt zu kommen:

Wenn eine Band mit Absicht Neo-Prog spielt, dann sollte man sie genau daran messen. Das sind inzwischen vom musikalischen Aufbau her ganz andere Strukturen als es beim Retro-Prog der Fall ist. Man muss prüfen, ob es der Band gelungen ist, die beabsichtigte Stilrichtung und ihre Message, die sie verfolgen, rüber zu bringen. Der Vergleich mit einer Formation, die sich mehr einem ausufernden Gefrickel verschrieben hat, ist in meinen Augen somit nicht sachgerecht. Und deswegen bin ich da nicht ganz deiner Meinung. Es gibt progressive Platten, auf denen sich die Musiker zunehmend austoben. Aber das ist wahrlich keine Garantie für eine gute Platte. Manche Kompositionen sind unschlüssig und vollkommen ohne System. Und da wird bei den BBS oftmals einfach nicht unterschieden.

Wenn sich ein Kritiker, der auf Rockmusik spezialisiert ist, einer Platte aus einem anderen Bereich widmet, z.B. Country, dann kann er das Werk auch nicht am Rock messen, sondern muss sich schon auf Künstler, die aus diesem Genre kommen, beschränken. Nur so ist ein sachgerechtes Urteil möglich.

Was ich an den Kritiken auf den BBS oft vermisse, ist das Statement, woran die Bewertung schließlich festgemacht wurde. Was sind die Fakten, die zu einer gewissen Bewertung geführt haben? Ist es das sehr solide und effektiv eingesetzte Gitarren- oder Keyboardspiel, ist es das wirklich gut funktionierende und groovende Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug? Es gibt da noch so viele Punkte, die für eine sachgerechte Bewertung heran gezogen werden können. Sound, Covergestaltung, Umfang des Materials etc. Das alles kann man doch mit heranziehen. Manche machen das bei euch, manche leider überhaupt nicht.

Abschließend noch eine Anregung: Der klassische Prog hat im Grunde genommen bereits alles geboten, was es im Bereich des Progs geben kann. Deswegen sind neue Progplatten nicht wirklich mehr progressiv im Sinne von "fortschrittlich". Man sollte den Bands weniger vorwerfen, dass sie eine andere Band kopieren. Einmal sind es Marillion, dann ist es schlecht. Ein anderes Mal sind es King Crimson und es ist gut. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es nichts Neues mehr. Und wenn es etwas Neues gibt, bleibt immer noch die Frage, ob es denn auch wirklich gut ist, und ob es deswegen überhaupt Prog ist.

Prog ist für mich inzwischen eine Stilrichtung. Prog entstand, weil Bands wie die Beatles, Genesis, Yes und wie sie alle hießen, jeweils in ihre Musik etwas Fortschrittliches und bis dato Ungewöhnliches mit eingebracht hatten. Das suche ich bei modernen Bands meistens vergeblich. Ist auch nicht schlimm. Prog ist für Viele heute eine Art von Musik, die sich einfach an diesen Vorbildern orientiert. Insofern ist Prog keineswegs mehr fortschrittlich, sondern einfach das Aufgreifen von Stilelementen, die sich damals als Prog etabliert haben.

Zuletzt: Wir sind alle froh, und das meine ich ernst, dass es die BBS gibt. Die Mühen und die Infos, die dort drin stecken, sind hervorragend und aller Achtung wert. Aber die BBS sind nicht nur das Maß aller Dinge. Das erscheint mir wichtig. Andere Meinungen sind auch interessant, insbesondere von Leuten, die sich nicht nur auf eine Spur festgelegt haben. Und einen Gefallen hätte ich noch: Bitte schreibt nicht bei jedem Element von melodischen Rock, dass es sich um AOR handelt. Das ist einfach nicht richtig.


Gruß Jogi

Hinter den Kulissen:
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Wenn nicht hier, dann in
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Nehmt Euch Zeit für gute Musik!
http://www.rocktimes.de/
Proglady
Administrator

Beiträge: 4.602


11.11.2006 23:35
RE: Mittelmäsige Kritiken zu Neo Prog Bands.... antworten

-->Als "Beweis" für meine These möchte ich mal die oftmals gescholtenen BBS (auf denen ich gelegentlich auch tätig bin) anführen: Da sind die Rezensenten, die sicherlich mehr Musik hören als der Durchschnitt und sich damit dann auch noch analytisch auseinandersetzen. Und es gibt eine unbestrittenen Tendenz "kompliziertere" Musik interessanter zu finden und besser zu bewerten.
------

Sorry lieber thomk, jedoch diese Bemerkung halte ich schon mal für sehr überheblich, denn ich bin mir sicher das es auch noch unter den nichtschreibenden Musikhörern genug Leute gibt die sehr viel Musik hören.
Ansonsten stimme ich den Argumenten vom Jogi zu.



Viele Grüße, Proglady


thomk
Let`s rock

Beiträge: 25

12.11.2006 00:23
RE: Mittelmäsige Kritiken zu Neo Prog Bands.... antworten

In Antwort auf:
Sorry lieber thomk, jedoch diese Bemerkung halte ich schon mal für sehr überheblich, denn ich bin mir sicher das es auch noch unter den nichtschreibenden Musikhörern genug Leute gibt die sehr viel Musik hören.
Ansonsten stimme ich den Argumenten vom Jogi zu.




Sorry, ich hätte kein BBS-Beispiel nehmen sollen, das wird immer gleich ein Reizthema (Das wäre auch mal eine Diskussion wert "Warum lösen die BBS anscheinend so starke Gefühle aus?" ) Aber: Überheblich? Wo denn? Das kann ich nicht erkennen... das auch Nicht-Rezensenten viel und gerne Musik hören habe ich nicht ausgeschlossen.

Aber zum Thema zurück: Progressive Rock ist heute ein Genre, da stimmen wir völlig überein. Und wir wollten eine Erklärung finden, warum NeoProg-Alben scheinbar schlechtere Kritiken erhalten wie Alben aus anderen Prog-Untersparten...

...meine Thesen hierzu nochmals zusammengefasst:

1. Das stimmt so gar nicht... gute NeoProg-Alben erhalten auch gute Rezensionen. Es gibt aber sehr, sehr viel hausbackenen NeoProg und der bekommt halt dann auch entsprechende Würdigungen.

2. Rezensenten sind Menschen, die viel Musik hören und sich analytisch damit befassen. Damit setzt bei vielen ein Prozess ein, immer mehr zu wollen... mehr Herausforderung, mehr Schräg, mehr Komplexität, mehr Spannung usw.. Dies kann ein Genre wie NeoProg, in dem es melodisch, nett, moderat heftig & vertrackt zugeht nicht erfüllen. Deswegen muß man dieses Genre natürlich nicht per se "bashen".

Ich persönlich war zwar nie so der NeoProg-Freak, aber - wie ich ja in diesem Thread schon weiter oben schrieb - höre ab und zu gerne NeoProg, den ich als gelungen empfinde und das macht mir dann auch Spass. Es macht aber auch Spass sich mal in was hineinzuarbeiten, was normalerweise nicht so auf der eigenen musikalischen Schiene liegt. Die Erfahrungen, die man dann macht, können sehr erfüllend sein. Deswegen muß man das dann noch lange nicht mögen (aber vielleicht erweitert man ja seinen musikalischen Horizont wieder ein Stück).

Ciao, ThomK


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