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Dieses Thema hat 22 Antworten
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ThresTheater
Great Champ

Beiträge: 801


25.02.2009 09:33
Die schlimmen 80er Jahre antworten

Nachdem unter Klassik-Rock schon trefflich über die 60er und 70er Jahre (wobei letztgenanntes eher in dieses Thema hier gehört, denn mit Classic-Rock hat das nicht mehr viel zu tun), habe ich gedacht, wir könnten doch die 80er Jahre mal aufleben lassen.

Nicht nur Vokuhila und VANILLA-Hosen haben das Bild (zumindest) des Ruhrgebiets geprägt, auch die Radiosender haben uns mit Scheusslichkeiten versorgt.

Deswegen werfe ich das erste Lied in die Runde:

F. R. David - Words von 1982 (damals geliebt, heute weiß ich nicht mehr warum!)


Das Ruhrgebiet - ein starkes Stück Deutschland!

Jerry G
Great Champ

Beiträge: 675


25.02.2009 17:34
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten
Boah, außer Marillion, IQ, Twelfth Night und Pallas im Progbereich und Stevie Ray Vaughan der dem Bluesrock nen Wachruf verpasst hatte, fällt mir da nicht viel Gutes ein. Das war das musikalische Gruseljahrzent. Selbst die Jazzer schwächelten da gewaltigst.
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Vielleicht ist es Wahnsinn sich den Träumen hinzugeben, vielleicht ist es Wahnsinn normal zu sein. Ganz gewiss aber ist es der allergrößte Wahnsinn das Leben nur so zu sehen wie es ist und nicht wie es sein sollte

Don Jerry-Quixote
jerrycornelius
Globaler Moderator

Beiträge: 875


25.02.2009 20:28
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

naja, da gab es natürlich auch richtig gute Sachen. Allerdings mehr im Indie-Bereich und z.T. im Metal. Mir fallen da spontan ein:

The Smiths
Housemartins
Woodentops
Sugarcubes (mit der blutjungen Björk!)
Joy Division
Martha and the Muffins
Sisters of Mercy
Judas Priest

Madhatter
Keep on rockin`

Beiträge: 61


25.02.2009 22:55
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Das Schlimme an den 80ern war der Plastik-Sound, der irgendwie als abgestandener Bodensatz aus der 70er-Discowelle rübergeschappt kam und wie alle Bodensätze richtig sauer schmeckte. Mir fällt da als Erstes dieses Genesis-Album ohne Titel ein: Vom Songwriting her war "Mama" nicht schlecht, wie ich finde, und "Home by the Sea" hat allemal das Zeug zu einem Klassiker, aber der Sound des ganzen Albums war kaum zu ertragen. Home by the Sea ist m.E. das beste Beispiel, denn alle späteren Liveaufnahmen davon klingen in meinem Ohr um Längen besser als das Original!
Gut in den 80ern finde ich die 3 Alben von Rupert Hine. Die sind zwar auch Plaste, aber der Mann konnte Songs schreiben und wusste den Sound zu nutzen. Allein dafür hätte er es verdient gehabt, in dem Jahrzehnt Kult zu werden. In ähnlicher Weise hat sich auch Peter Gabriel gerade in diese Zeit mit den Alben 3 und 4 gewinnbringend eingebracht.


The Madhatter

There is in fact more Earth than Sea!
mailotron
Rising sun

Beiträge: 370


27.02.2009 09:56
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Zitat von Madhatter
Das Schlimme an den 80ern war der Plastik-Sound...

Stimmt schon, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und es gab durchaus Musiker, die diesen Plastik-Trend nicht mitgemacht haben.
An vorderster Front (für mich als immer noch großen Fan zumindest) JOE JACKSON, der in den 80ern hochgekommen ist und immer Musik mit Herz und Hand gemacht hat. Keines seiner 80er-Alben klingt auch nur ansatzweise nach Plastik. Absolute Spitze dabei BIG WORLD (von '86), Studioalbum, aber live auf der Bühne aufgenommen, authentischer geht's nicht!

Völlig "unplastisch" waren auch THE SMITHS, WOODENTOPS (beide schon erwähnt), THE WATERBOYS, TALK TALK, etc., etc.

Eins muss ich noch loswerden: Auf die Spitze getrieben mit dem kalten Plastiksound haben es imho Dire Straits, die mit den ersten Alben späte 70er so vielversprechend angefangen hatten, aber dann mit Brothers in Arms und Love over Gold einen totalen digitalen Overkill abgeliefert hatten, für die ich sie heute noch hasse. Steriler geht's nimmer .


Viele Grüße, Jan
Commander77
Let`s rock

Beiträge: 32

04.03.2009 23:18
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Gerade im Hardrock- und Metalbereich wurden in den 80er Jahren so manche Perlen veröffentlicht, allen voran würde ich da diverse
Bands der sogenannten NWOBHM sehen, die teilweise höchst originelle und organische Platten eingespielt haben.
Beispiele für Bands mit einer oder mehreren tollen Veröffentlichungen:

Tygers Of Pan Tang, Trespass, Vardis, Angel Witch, Battleaxe, Chateaux, Grim Reaper, Bleak House, Witchfynde,
Saxon, Iron Maiden, Samson, A II Z, Girlschool, White Spirit, Shiva, Cloven Hoof, Demon, Praying Mantis / Stratus.

Naturgemäß fällt auf jenem Sektor natürlich der Plastikfaktor sowieso eher gering aus.

Viel schlimmer finde ich das, was uns in musikalischer Hinsicht seit den 90er Jahren teilweise heimgesucht hat
und auch in Punkto Klangästhetik denke ich, dass viele aktuelle (digitale) Produktionen ärgerlich für den
Hörer sind, weil es kaum noch hörbare Dynamikunterschiede gibt. Die oberen und unteren Spitzen im Klangbild
werden einfach gekappt, es wird viel mit viel zu hoher Kompression gearbeitet und eigentlich nur darauf gesetzt,
dass die Platte "viel Wumms" hat. Mit anderen Worten: Es kommt ein zwar wuchtig wirkender, aber in Wirklichkeit
lebloser, toter, steriler Klangteppich dabei heraus, der immer auf dem gleichen Level ballert und die Musik gleichfömig
werden läßt.
Dass heute viele Musiker kompositorisch / musikalisch nicht mehr bis Drei zählen können und im Studio
viel mit Software zurechtgepfuscht und zurechtgemogelt wird, weil es die Dilettanten an den Instrumenten mangels
Fähigkeiten nicht mehr hinbekommen, ist ja in vielen Musikgeneres (auch dem Rock) eh ein offenes Geheimnis und
ein weiteres Stigma, welches zunehmend auf den dafür Verantwortlichen lastet. Und das ist, denke ich,
in den letzten 15 Jahren deutlich massiver geworden.


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Achtung: Lesen gefährdet die Dummheit !!!
Jamina
Administrator

Beiträge: 6.739


08.03.2009 10:13
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten
Klar war da viel Zeug, das keiner brauchte.
ABER - Auf dem New Wave-Sektor gabs so Perlen wie Anne Clark, die Simple Minds, The Stranlers und Talk Talk.

________

LG, Jamina
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Jaminas Fotowelt

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Jerry G
Great Champ

Beiträge: 675


08.03.2009 12:40
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Zitat von Jamina
Klar war da viel Zeug, das keiner brauchte.
ABER - Auf dem New Wave-Sektor gabs so Perlen wie Anne Clark, die Simple Minds, The Stranlers und Talk Talk.


....du bist doch sowieso ein heimliches 80er Pop-Schätzchen, oder ?


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Vielleicht ist es Wahnsinn sich den Träumen hinzugeben, vielleicht ist es Wahnsinn normal zu sein. Ganz gewiss aber ist es der allergrößte Wahnsinn das Leben nur so zu sehen wie es ist und nicht wie es sein sollte

Don Jerry-Quixote
Jamina
Administrator

Beiträge: 6.739


09.03.2009 08:54
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten
Zitat von Jerry G
Zitat von Jamina
Klar war da viel Zeug, das keiner brauchte.
ABER - Auf dem New Wave-Sektor gabs so Perlen wie Anne Clark, die Simple Minds, The Stranlers und Talk Talk.

....du bist doch sowieso ein heimliches 80er Pop-Schätzchen, oder ?


Hehehehe.... ertappt ..... deswegen würde ich ja heuer auch gerne die Simple Minds beim Tollwood sehen

Aber mal ehrlich: Auch wenn die 80er viel Plastik und Elektroniksound produziert haben - sooo schlecht war auch da nicht alles, wenngleich man(n)/frau auch einiges hätte besser machen können. Ausserdem ist das eine Lebenphase in der er es in meinem Leben, dem Freundeskreis sei Dank, abgesehen von Genesis und Pink Floyd eher wenig Prog gab.

________

LG, Jamina
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mailotron
Rising sun

Beiträge: 370


10.03.2009 17:35
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

In Antwort auf:
...Das war das musikalische Gruseljahrzent...
und
In Antwort auf:
Aber mal ehrlich: Auch wenn die 80er viel Plastik und Elektroniksound produziert haben - sooo schlecht war auch da nicht alles, wenngleich man(n)/frau auch einiges hätte besser machen können. Ausserdem ist das eine Lebenphase in der er es in meinem Leben, dem Freundeskreis sei Dank, abgesehen von Genesis und Pink Floyd eher wenig Prog gab.

Aus der entfernten Sicht von heute find ich das alles gar nicht mehr so schlimm. Wer die 80er live miterlebt hat, der wird die Stilveränderungen der Musik doch so mitgenommen haben, wie der Lauf der Zeit es eben so mit sich gebracht hat. Will damit sagen, dass es mir damals gar nicht so aufgefallen ist, wenn sich alles ein wenig Richtung "Plastik" verändert, ich hab's eben so genommen, wie's kam. Welche Wahl hatte man schon? Schließlich wußte man nicht, wohin die musikalische Reise der nächsten Jahrzehnte noch gehen wird, es hätte alles noch schlimmer kommen können...! Als in den frühen 80ern die NDW um sich gegriffen hat ("die Ölpest der Tonkunst", Zitat HRKunze), dachte ich bestimmt nicht alleine, irgendwo ist man hier im falschen Film. Aber selbst daraus kann der Musik-Suchende noch irgendwas Gutes ziehen, als junger Erwachsener konnte man den aktuellen Musik-Trend nun mal nicht ganz außer Acht lassen. (Heute ist das alles anders, es geht mir komplett am Allerwertesten vorbei, was gerade so "angesagt" ist.)
Man muss den 80ern doch wenigsten zugute halten, dass dieses Jahrzehnt noch heute mit einem bestimmten "Stil" verbunden ist, so wie es die Dekaden vorher auch waren. Können das die "90er" oder das jetzt ausklingende Jahrzehnt von sich behaupten? Man kann natürlich darüber streiten, ob die 80er denn so eine prägende Strahlkraft für spätere Musikstile besaßen, wie es die 60er und 70er zweifelsohne hatten...wohl eher nicht. Liest man heute in irgendwelchen Rezensionen von Einflüssen der 80er Jahre, so ist dies gewöhnlich mit etwas Negativem verbunden!
Für mich haben die 80er nicht diesen negativen Beigeschmack, weil ich neben der musikalischen Seite viel mehr damit verbinde. Es ist das Jahrzehnt, in dem sozusagen die "Weichen" gestellt wurden: Schulabschluss, Ausbildung, meine Frau kennengelernt, erste gemeinsame Wohnung, usw, usw. Musik hat da eher die Nebenrolle gespielt und mit Prog, da hast Du Recht, Jamina, war auch wirklich nicht viel los, da hat man nix verpasst.


Viele Grüße, Jan
Jerry G
Great Champ

Beiträge: 675


10.03.2009 20:03
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Zitat von mailotron
Wer die 80er live miterlebt hat, der wird die Stilveränderungen der Musik doch so mitgenommen haben, wie der Lauf der Zeit es eben so mit sich gebracht hat. Will damit sagen, dass es mir damals gar nicht so aufgefallen ist, wenn sich alles ein wenig Richtung "Plastik" verändert, ich hab's eben so genommen, wie's kam. Welche Wahl hatte man schon?....

Es ist das Jahrzehnt, in dem sozusagen die "Weichen" gestellt wurden: Schulabschluss, Ausbildung, meine Frau kennengelernt, erste gemeinsame Wohnung, usw, usw. Musik hat da eher die Nebenrolle gespielt und mit Prog, da hast Du Recht, Jamina, war auch wirklich nicht viel los, da hat man nix verpasst.



Ich fing ja so grade Ende der 70er noch mit dem Musikhören an und von daher fand ich die 80er schon sehr schnell ganz grauslig. Wenn die ersten Platten von Deep Purple, Black Sabbath, alte Status Quo, Led Zeppelin usw. sind, hört sich alles was da kam ganz furchterbar nach Plastik an. Die Wahl die sich für mich dadurch stellte war einfach, zurück in der Zeit und hören was es denn so alles da vorher in den 60ern und 70ern noch gab. An aktuller Musik hab ich zu der Zeit fast nur die Heavy Metal Ecke verfolgt. Die Hard und Heavy Schiene und die alte Musik haben mich musikalisch dann überwiegend durchs 80er Jahrzehnt gebracht.

Und da auch für mich die 80er das "Weichenjahrzehnt" waren, ist das immer untrennbar mit all den schönen 60ies und 70ies Sounds (beileibe nicht nur Prog, ganz und gar nicht) verbunden.


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Don Jerry-Quixote
Madhatter
Keep on rockin`

Beiträge: 61


10.03.2009 21:55
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Zitat von Jerry G
An aktuller Musik hab ich zu der Zeit fast nur die Heavy Metal Ecke verfolgt. Die Hard und Heavy Schiene und die alte Musik haben mich musikalisch dann überwiegend durchs 80er Jahrzehnt gebracht.
Und da auch für mich die 80er das "Weichenjahrzehnt" waren, ist das immer untrennbar mit all den schönen 60ies und 70ies Sounds (beileibe nicht nur Prog, ganz und gar nicht) verbunden.


Interessante Entwicklung, Jerry! - Ganz anders als bei mir (und doch wieder irgendwie vergleichbar): Heavy war damals gar nicht mein Ding (meine Metal-Phase begann erst, als ich über 40 war, echt), aber in den 80ern hatte ich mal eine ausgeprägte Wave-Phase mit Depeche Mode, Tears For Fears, Talking Heads, Simple Minds, U2 und wie sie alle hießen (und heißen). Manchmal holt mich das auch heute noch ein (wenn ich z.B. lese, dass gerade "The Garden" von John Foxx wieder rauskommt, juckt es mich schon etwas an den Ohren). Diese Neigung zum Wave wurde damals natürlich auch dadurch gefördert, dass Leute wie Eno, Gabriel, Hamill oder Rupert Hine damit geliebäugelt haben, daran zeigte sich, dass die Richtung eine gewisse Anziehungskraft gehabt hat - in ihrer Zeit.
Mich würde aber mal interessieren, was dich, also Jerry G, zur Heavy-Schiene gebracht hat, denn aus dem Prog-Lager führte doch wohl kaum ein Weg in die Richtung (oder mir ist was entgangen, was natürlich gut sein kann).


The Madhatter

There is in fact more Earth than Sea!
ThresTheater
Great Champ

Beiträge: 801


11.03.2009 09:36
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Was ich mit diesem Thread hier bewirken wollte, tritt so nach und nach ein. mailotron ist der erste, der das ganze aber auch mal beim Namen benennt, denn die 80er waren nicht wirklich nur gruselig.

Auch ich bin als Jahrgang 1970 natürlich erst in den 80er Jahren bewusst mit Musik konfrontiert worden. Und da gab es schon komische Dinge, die ich damals schon nicht verstanden habe. Z. B. ist mir das Gros der NDW fürchterlich auf den Wecker gegangen, weil das irgendwie nicht funzte so richtig. Da war kein Drive hinter, kein Wumms. Das habe ich damals schon begriffen und bin bei NENA (wie wahrscheinlich die meisten pubertierenden Jungs) hängengeblieben. Da war zumindest im späteren Verlauf noch "Dampf" hinter und hob sich schon etwas von dem Rest der NDW ab.

Mit DEPECHE MODE konnte ich noch nie was anfangen, weil ich das einfach nur langweilig fand, auch wenn man fast gar nicht an denen vrobeikam.

Ich selber hab in der Zeit mit SUPERTRAMP angefangen. Komisch eigentlich für einen damaligen 12 Jährigen. Aber die fand ich klasse.

Zum Ende der 80er Jahre hin, gab es dann aber endlich den Durchbruch der E-Gitarren in der "Mainstream"-Musik und damit war es um mich geschehen. Ich lernte EUROPE, WHITESNAKE, MOTÖRHEAD, METALLICA, STRYPER, BLOODGOOD, VAN HALEN, SCORPIONS (ja richtig, über "Still loving you") und noch viele andere kennen und plötzlich war er da: der Ruck, der durchs Thres-THEATER ging und zusammenbrachte, was zusammen gehört. Als dann HELLOWEEN mit dem ersten "Keeper"-Album aus der Höhle gekrabbelt kamen, war es endgültig um mich geschehen.

Aber auch im nichtmetallischen Bereich gab es geile Sachen, wie FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD (höre ich heute noch gerne) oder die SIMPLE MINDS (da stimme ich voll zu), SPANDAU BALLETT (hatten mehr geniale Songs als den Überhammer "Through The Barricades") und auch ein paar Eintagsfliegen (kennt noch wer die Thompson Twins oder Paul Hardcastle?)

Billy Idol war auch eine ganz große Nummer und vor allem Schulgespräch bei den Lehrern! Bei irgendnem - ich glaube Top Of The Pops - Auftritt muss er sich wohl selber angerotzt und das entsprechende Sekret im Gesicht verteilt haben. Das war natürlich Punk, das war Revolution und ein Angriff auf das System. Damit hatte man als Jugendlicher eine neue Identitätsfigur gefunden - die aber an mir vorüberging. Ich verbrachte zu der Zeit ab und an die Nachmittage mit Punks - und die waren viiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeel cooler, als der Typ da. Und musikalisch war der sowieso nicht Punk. Aber egal - hat trotzdem ein paar ganz gute Songs geschrieben.

Damals fand ich übrigens SIGUE SIGUE SPUTNIK mit "Love Missile F1-11" total geil. Habe die CD mir kürzlich angeschafft (gab's auffem Wühltisch für 'nen EURO) und frage mich seitdem, wie meine Krankheit damals geheißen haben mag ...

Okay, ich höre mal wieder auf ...



Das Ruhrgebiet - ein starkes Stück Deutschland!

mailotron
Rising sun

Beiträge: 370


11.03.2009 15:00
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten

Zitat von ThresTheater
...ach, einfach der ganze Beitrag!...

Schön, dass Du eine Lanze für das gescholtene Jahrzehnt brichst! Wie schon gesagt, ich sehe es auch nicht nur negativ, was uns geboten wurde. Ich habe es definitiv nicht wie unser Jerry G getan und mich musikalisch in die 70er und 60er geflüchtet, sondern habe mir die Rosinen rausgepickt aus der Riesenmasse des auf uns einströmenden neuen Stilgewirrs. Da ich in den Siebzigern schon angefangen habe, "bewusst" Musik zu hören (familiär bedingt bin ich schon als Vorpubertierender mit Prog konfrontiert worden), war für mich zu Beginn der 80er der Prog der Herren Genesis, Yes & Co eigentlich schon das erste Mal tot und ich konnte damals auch nicht davon ausgehen, dass er nochmal wiedergeboren wird. Also sucht man sich andere Inspirationsquellen... Die Fahne der richtig anspruchsvollen Musik hielten anno 81 erstmal nur King Crimson hoch, die mit ihrer "Discipline"-Reformation ein Riesenfass aufgemacht hatten. Gut, aber man konnte auch nicht nur KC hören. So hat man sich das, was die Charts und aufkommenden Videoclip-Shows so boten, aufmerksam angesehen und das ein oder andere war tatsächlich auch für den Musikfan "mit Anspruch" verwertbar. Als Beispiel möchte ich nur Howard Jones nennen, der, wie ich finde, Synthie-Pop mit richtig Tiefgang gemacht hat. Ja, dafür habe ich sogar Geld ausgegeben!
Ansonsten ist dieses Jahrzehnt für mich von einer relativen musikalischen Orientierungslosigkeit geprägt, was aber nicht negativ gemeint ist. Es würde zu weit führen, hier aufzulisten, was da alles dabei war... Mein Plattenschrank legt heute noch darüber Zeugnis ab. Gut, dass die 80er eben genau so waren!


Viele Grüße, Jan
Jerry G
Great Champ

Beiträge: 675


11.03.2009 17:49
RE: Die schlimmen 80er Jahre antworten
Zitat von Madhatter
Zitat von Jerry G
An aktuller Musik hab ich zu der Zeit fast nur die Heavy Metal Ecke verfolgt. Die Hard und Heavy Schiene und die alte Musik haben mich musikalisch dann überwiegend durchs 80er Jahrzehnt gebracht.
Und da auch für mich die 80er das "Weichenjahrzehnt" waren, ist das immer untrennbar mit all den schönen 60ies und 70ies Sounds (beileibe nicht nur Prog, ganz und gar nicht) verbunden.

Interessante Entwicklung, Jerry! - Ganz anders als bei mir (und doch wieder irgendwie vergleichbar): Heavy war damals gar nicht mein Ding (meine Metal-Phase begann erst, als ich über 40 war, echt), aber in den 80ern hatte ich mal eine ausgeprägte Wave-Phase mit Depeche Mode, Tears For Fears, Talking Heads, Simple Minds, U2 und wie sie alle hießen (und heißen). Manchmal holt mich das auch heute noch ein (wenn ich z.B. lese, dass gerade "The Garden" von John Foxx wieder rauskommt, juckt es mich schon etwas an den Ohren). Diese Neigung zum Wave wurde damals natürlich auch dadurch gefördert, dass Leute wie Eno, Gabriel, Hamill oder Rupert Hine damit geliebäugelt haben, daran zeigte sich, dass die Richtung eine gewisse Anziehungskraft gehabt hat - in ihrer Zeit.
Mich würde aber mal interessieren, was dich, also Jerry G, zur Heavy-Schiene gebracht hat, denn aus dem Prog-Lager führte doch wohl kaum ein Weg in die Richtung (oder mir ist was entgangen, was natürlich gut sein kann).



Alles begann bei mir mit Hardrock. Ein Freund hatte ne Cassette und darauf eben Bands wie Deep Purple, Black Sabbath, Status Quo, Led Zeppelin, Kiss, Judas Priest u.ä., darum auch meine ersten LP Käufe in der Richtung. Darum hab ich mich halt regelmäßig im Plattenladen mit Beratung (jaha, das hab ich noch selber erlebt, so alt bin ich schon ) darüber informiert was es an harter Musik gutes Altes und gutes Neues gibt. Und da wurde mir dann z.B. der erste, heute legendäre, "Metal for Muthas" Sampler in die Hände gedrückt. Da drauf Songs von Iron Maiden (Demoversionen), Praying Mantis und weiß nicht mehr, jedenfalls der Beginn der NWOBHM. Der Sampler gefiel mir so gut, dass ich nun diese New Wave of British Heavy Metal Schiene verfolgen wollte, die Alben der Bands kennenlernen wollte. So wurde mir irgendwann Saxon's "Wheels of Steel" empfohlen, ich entdeckte Judas Priest's "Stained Class" und gierte wie nochmal was auf Iron Maiden's Debut.

Schon bald aber merkte ich, dass mir vor allem die langen und noch längeren Stücke auf den Alben gefielen, egal ob nun von 1972 oder grade aktuell. Und als dann irgendwann - nicht im Fachladen - im Heavy Metal Fach "Script for a jester's tear" drinsteckte, mir das bunte Cover gefiel und die Songlängen mich verlockten war der erste Progkauf getätigt ohne es zu wissen. Ab da war mir klar, das ist mein Ding. Recht zeitgleich (so mein ich in der Erinnerung) hab ich "Pink Floyd at Pompeii" im Fernsehen gesehen und die 23 Minuten "Echoes" so wie die 11 Minuten "A Saucerful of Secrets" haben mich umgeblasen. Und dann erst noch "Set the controls for the heart of the sun".

Die Heavy-Schiene hab ich noch ne Weile weiterverfolgt, aber mit Metallicas Debut begann der Ausstieg für mich, denn das fand ich nur noch kotznervig, dieses ultraschnelle, ultraharte Geklotze, da hat mir die Musik drin gefehlt.

Nach den Erfahrungen mit Floyd, Marillion und Pallas (die erste bekam ich zum 18.Geburtstag) bin ich dann einfach immer in den Second Hand Laden und hab nach Platten mit langen Stücken geschaut und nach Platten gefragt die eher komplizierte Musik (im Vergleich zu Metal) haben. So wurde mir dann nach und nach die ganze alte Progschiene empfohlen und diverse andere 60er und 70er Schätzchen entdeckte ich selber dazu. Auch den Jazz probierte ich zu der Zeit das erstemal aus, und zwar Miles Davis und Pat Metheny.

Guten Heavy-Sound, also Heavy-Musik die die Härte braucht um Energie zu transportieren, und nicht einfach schneller-höher-weiter zu wichsen oder nicht nur Hass ausküblen will, mag ich aber auch heute noch ab und an. So ist ne neue Iron Maiden nach wie vor Pflicht am Erstverkaufstag bei mir.

Mein Weg hat also von Hard and Heavy zu Prog und Psych und Jazz und zurück und vor und eigentlich fast überall hin geführt. Mit Wave konnte ich nie viel anfangen aber die Gothic-Schiene, Fields of the Nephilim und The Mission hat mich auch mal fasziniert.

Da die ja auch in die 80er gehören, gibts natürlich auch 80er Musik die mir gefällt, aber das ist Musik die für mich absolut nicht 80er typisch ist wenn ich von dem Jahrzehnt rede, so wie eben z.B. Electro-Pop, NDW, Wave, New Romantic usw.
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Don Jerry-Quixote
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