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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Let`s rock

Beiträge: 19


06.07.2017 14:30
Beardfish - 4626 Comfortzone antworten

Die Scheibe ist schon länger draußen, aber ich wage mich überhaupt jetzt erst an eine Beardfish-Wertung heran. Mir liegt nicht die angeblich limitierte Doppel-CD-Ausgabe vor, sondern nur die „Single-Disc“(Laufzeit 65:28). Die 2. CD enthält als Bonusmaterial Outtakes und Demos aus den Jahren 2001-2008, gut für die Beardfish-Intensivhörer und die Komplettisten.
Mit „4626 Comfortzone“ meinten die schwedischen Witzbolde wohl ihre heimische Wohlfühloase.

Wie bei einigen anderen Veröffentlichungen erstreckt sich auch hier ein dreiteiliger Song über die gesamte (erste) CD: The One Inside (On the inside?)

1. The One Inside (Pt 1)
Schrammelgitarre, nasale Stimmen über einen Bandpassfilter verfremdet, noise in the background, das machen viele ganz gerne, ich mag diese Klangcollagen nicht so. Irgendetwas werden sich die Musiker dabei sicher gedacht haben (die Vorfreude auf das Kommende steigt, während man sich über den Sinn dieser contents Gedanken macht), also gehören sie zum Paket dazu, keine Wertung.

2. Hold On 7:47
Der erste „richtige“ Song, es wird herzhaft abgerockt, Gesangspassagen und Gitarrenarbeit sind sehr eingängig, dann Tempowechsel und Kopfstimme, das ist schwer einzuordnen und Beardfish-typisch „anders“, allerdings insgesamt ein wenig verspielt und dadurch zerfahren.
7/10

3. Comfort Zone 9:34
Schönes Gitarrenthema, schöne Midtempomotive, Piano + Mellotron sind gut und passend eingebunden. Hörenswert, aber die (ganz) großen Momente fehlen.
8/10

4. Can you see me now 3:43
4/4-Rhodes-Stakkato, dieser Song erinnert in seiner Melodik vielleicht am meisten an späte Beatles- Alben (allerdings auch an Supertramp, wenn Rick Davies sang), obwohl Beardfish natürlich sehr eigenständig klingen - dieser Song ist radiotauglich!
8,5/10

5. King 5:43
Purple-esque, die Gitarren dominieren so wie einst, als John Lord vorübergehend untergebuttert wurde, überzeugend, mit der Ian Gillan-Einlage zum Schluss
8,5/10

6. The One Inside Part 2 (My Companion Through Life)
Erste Assoziation: „Blackbird“ vom „White Album“, es wird dann allerdings abwechselungsreicher, als eine E-Gitarre die Melodieführung übernimmt. Nett und rund.
8/10

7. Daughter/Whore
Der E-Bass knattert los, ein schnelles, treibendes Riff, und man macht sich auf eine Speedmetal-Einlage gefasst. Tochter und Hure nochmal, es bleibt hardrockig, aber das Tempo wird nicht durchgezogen: Viele Rhythmuswechsel beleben oder zerfasern - je nachdem wie man es nimmt, aber das ist Prog! Die Instrumetalparts übernehmen die Kontrolle über das Stück, man macht sich auf eine weitere Steigerung gefasst, aber dann ist es ziemlich plötzlich zuende.
7,5/10

8.If We Must Be Apart (A Love Story Continued)
So, jetzt kommt der 15 minütige melancholische Longtrack, also das Herz des Albums. Klar, dass sich hier die verschiedensten Songteile mit den unterschiedlichsten Instrumentierungen die Hand geben. Vielleicht sollte man hier mehr Beachtung auf den Text legen (was ich oft vergesse, weil mich die Musik so in Beschlag nimmt): Eine Frau denkt an ihren tablettenabhängigen Mann, der sich vor zehn Jahren umbrachte, während sie von seinem Nachfolger schwanger ist (She still thinks about him from time to time, she remembers the night, when she found him lying) Was mir besonders gefällt: Es ist schön abwechselungsreich - zu abwechselungsreich, um auf alles einzugehen - und die Teile passen besser zusammen als bei den Titeln 1 und 7. Der Synthesizer-Bass ist großartig, den fand ich schon auf Worlds Apart (Saga) klasse. Er hat aber leider nur einen Kurzauftritt. Zwischendurch klingt mal kurz „Fireball“ an, und man hört Orgelfauchen, später eine excellentes Orgelsolo.
Alle legen sich voll ins Zeug, 10/10

9. Ode To The Rock'n'Roller 7:20
Was sie nicht spielen, ist Rock n Roll (das war wohl die Absicht), aber es ist ein eingängiger und gut gespielter Rocksong mit ein wenig Gitarrengefrickel.
8/10

10. The One Inside Part 2 4:33
Gut ins Ohr gehende, rhythmusgitarrengeprägte Ballade mit Rhodesverzierungen, diesem Song fehlen ein paar unverwechselbare Soli.
8,5/10

Retrofish! Klassisch (nicht im Sinne der Klassik) ist die Instrumentierung mit vielen tradierten Musikstilen (s.o.), die Orgel ist fester Bestandteil. Ich kann aber beim besten Willen keinen Bezug zu Genesis entdecken (suche immer noch), wie einige Rezensenten immer suggerieren. Ich habe sie nie live gesehen, vielleicht macht Sjöblohm einen auf Peter Gabriel und setzt sich eine Fuchskappe auf.
Das Paket ist auf jeden Fall sehr abwechselungsreich, mit dem Highlight im letzten Drittel (so stimmt auch die Dramaturgie). Wieder erfreuen Beardfish - leider zum letzten Mal, wie es aussieht, denn die Gruppe hat sich im Juli 2016 aufgelöst - mit augenzwinkernden und unaufdringlichen Verweisen auf die Prog-Geschichte, mit weniger schrägen Ideen als die Vorgänger.

Was gibt es zu kritisieren? Nun, nicht viel. Auf einem Retroprog-Album will ich viel Mini-Moog und Mellotron, ja, ich bin gierig auf ein Moog-Solo, bei dem mir die Ohren wegfliegen (so wie das von Adam Holzman auf „Hand.Cannot. Erase“: „Regret#9“). Das mit der Hammond B3 haben sie ja ganz gut hingekriegt. Und ich werde jetzt mal bei Big Big Train reinhören, wenn ich Rikard Sjöblohm hören möchte und melde mich demnächst mit den Eindrücken zu deren 2017er Grimspound.

8,3/10 für dieses Album.

toni
The boss

Beiträge: 1.470


06.07.2017 16:55
RE: Beardfish - 4626 Comfortzone antworten

Wieder eine super tolle Rezi , Navigator.

Meine Punktewertung für dieses Album wäre 8,5 / 10 ,
deine 8,3 aufgerundet .

Sehr schade um diese tolle Band ,die so abwechslungsreich war
und nur gute Scheiben rausbrachte .
Leider habe ich sie nur 2 mal Live geniessen können.

merci und gruss
toni

 Sprung  
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